Leibniz leuchtet
Obwohl Ingo Metzmacher auch in seinem dritten Jahr als Leiter der Kunstfestspiele Herrenhausen nach downtown lud, eroberte sich der schmucke Stadtteil mit seinen legendären Gärten und stilvollen Spielstätten in diesem Jahr seinen Rang zurück. Das lag freilich nicht unbedingt an den Gastproduktionen (da gab es in den letzten Jahren schon Gewichtigeres), sondern vielmehr am Bilderbuchsommer.
Wenn der Himmel lacht, hört man beispielsweise gerne zu, wie die Frösche leiden, wenn die Elefanten kämpfen – in Benjamin Pattersons Klanginstallation «When Elephants Fight, It Is the Frogs that Suffer» im Berggarten-Labyrinth.
Zum Auftakt gab es Robert Wilsons hochkonzentrierte John-Cage-Performance «Lecture on Nothing»: spannend, aber nicht ganz neu. Da legte Elisabeth Schweeger in ihrer Zeit als Intendantin doch mehr Wert auf spektakuläre Eigenproduktionen. Nachfolger Ingo Metzmacher favorisiert stattdessen musikalische Großereignisse. Zum Start 2016 gab es Schönbergs «Gurrelieder», jetzt folgte im Kuppelsaal Berlioz’ «Requiem». Dass die Außenwirkung begrenzt war, lag an einer technischen Panne: Eine gute halbe Stunde der Live-Übertragung entfiel.
Manchmal musste man Zeit mitbringen: für ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Über die gleißende Marmorfläche vor dem Königlichen Opernhaus Maskat zieht eine Poliermaschine träge Kreise; in der Mall, die dem Theater einen Teil seines Budgets generiert, langweilen sich die Verkäufer. Trüb dümpelt die Sonne im Dunst aus Meeresdampf und Wüstenstaub. Wer seine Sinne beisammen hat, beschränkt tagsüber seine Wege auf Arbeit und Moschee.
Am...
«I am the king», sagt der König. Und noch einmal. Und während er das sagt, lässt er vor dem gesamten Hofstaat schwungvoll seine Hosen auf die Knöchel gleiten – Staatsaffären zur Morgentoilette. Das Publikum kichert. Aber den melancholisch verweilenden Sekundreibungen ist anzuhören: Mit einem König, der sich seines Königseins derart nachdrücklich versichern muss,...
Herr Pérez, wie kamen Sie zur Musik?
Ich begann als Autodidakt, als einziger Musiker in der Familie. Mein Vater war Grafikdesigner, meine Mutter Yogalehrerin. Schon im frühesten Alter erkannten meine Eltern, dass ich eine besondere Neigung für klassische Musik hatte. Bevor ich Klavier spielen lernte, konnte ich bereits Noten lesen. In den Buchhandlungen an der...
