Libanesische Komödie
Über die gleißende Marmorfläche vor dem Königlichen Opernhaus Maskat zieht eine Poliermaschine träge Kreise; in der Mall, die dem Theater einen Teil seines Budgets generiert, langweilen sich die Verkäufer. Trüb dümpelt die Sonne im Dunst aus Meeresdampf und Wüstenstaub. Wer seine Sinne beisammen hat, beschränkt tagsüber seine Wege auf Arbeit und Moschee.
Am Abend läuft die letzte Show vor der Ramadan-bedingten Spielzeitpause.
In «Im Land der Zigeuner», eine musikalische Komödie von Ghadi und Marwan Rahbani (Beirut 2012), kehrt Silvado (Ghassan Saliba) aus dem brasilianischen Exil in den Libanon zurück. Darüber, dass auf seinem Land fahrendes Volk lümmelt, tröstet ihn die schöne Zeina (Aline Lahoud) rasch hinweg. Nachdem die Intrigen eines Rivalen und einer Wahrsagerin gescheitert sind (genau wie der Versuch, die Zigeuner mit Jobs im nagelneuen Luxushotel sesshaft zu machen), klappt es ganz gut mit den beiden. Silvado gewinnt sogar die Wahl zum Präsidenten aller Zigeunerstämme – und nimmt fortan das freie Leben, wie es kommt.
Der Aufruf zum versöhnlichen Miteinander der Ethnien dürfte ganz im Sinne des auf Ausgleich bedachten Omaner Sultans Qabus ibn Said sein. Das Ende könnte ...
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Der Klang schleicht sich samtpfotig heran, ist kaum mehr als ein Säuseln im Wind – man muss die Ohren spitzen, will man hören, wie die Pauke in Kundrys Heilands-Erzählung auf dem Wort «gequält» tief unten, beim f, einsetzt und jenen triolisch pochenden Rhythmus initiiert, dem auch Klarinette, Englischhorn und Celli folgen, pianissimo espressivo, in kaum merklich...
Inszeniert in Russland ein Schauspielregisseur eine Oper, geht das meist daneben. Würde der vielgerühmte Konstantin Bogomolov hier eine Ausnahme bilden? Bogomolov ist in den letzten sechs, sieben Jahren zu Moskaus Kultregisseur aufgestiegen, seine provokanten, sozialkritischen Arbeiten am Künstler-Theater begeistern ein breites Publikum. Für Anton Getman, den...
Einen ausgewiesenen Bezug zur Opernbühne haben die drei Werke in ihrer ursprünglichen Gestalt nicht. Auch lassen sie sich kaum ohne Weiteres thematisch aufeinander beziehen. Dennoch fügen sich Arnold Schönbergs «Pierrot lunaire», Kurt Weills «Mahagonny-Songspiel» und seine «Sieben Todsünden» in dieser außergewöhnlichen Inszenierung zu einem schlüssigen Tableau....
