Lauter Liebesdiskurse

Buch des Monats: Isabelle Wimmer untersucht mit fundiertem Blick die künstlerische Goethe-Rezeption im Frankreich des 19. Jahrhunderts

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Es mag seltsam anmuten, doch gerade in seinem Sehnsuchtsland, dort, wo die Zitronen blühen, fand sich – mit Ausnahme Ferruccio Busonis, der aber eine heftige Neigung zu Deutschland empfand – kein bedeutender italienischer Komponist des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, der Goethes Schauspiele, Dramen oder Gedichte in Töne setzen wollte.

Sie alle, sei es Bellini oder Donizetti, Verdi oder Puccini, Giordano, Leoncavallo oder Mascagni, hielten wohlweislich Abstand zum Geheimrat; keiner mochte sich mit dessen «schweren» Stoffen, mit «Faust», «Werther», «Wilhelm Meister» und «Hermann und Dorothea», eingehender beschäftigen; zu wenig theatral waren ihnen die Sujets. Oder irgendwie suspekt. Oder beides zusammen.

Wie anders klang dagegen das Echo in Frankreich. Und das verdankte sich in erster Linie einer Frau, die als schillernde Gestalt in die Kulturgeschichte Eingang gefunden und zudem eines der besten Bücher über Deutschland geschrieben hat: Schon in ihrem Opus «De la littérature» von 1800 erforschte Madame de Staël die Wortschöpfungen jenes Mannes, den man auf französischer Seite späterhin als «colosse allemand» bezeichnete, und auch in ihrer brillanten Schrift «De l’Allemagne» ...

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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Medien, Seite 29
von Jan Verheyen

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