Die Schlacht im Schneewald

Die Bayerische Staatsoper in München präsentiert mit Donizettis «La Fille du régiment» ein gutes Stück zur falschen Stunde

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Als das Treiben zu bunt wird im ersten Finale, als sich die Musik verknäult zum Showstopper, in dem jeder seine Verwirrung bekundet, da erklimmt sie hinten auf der Bühne das Podium. Ein Racheengel in dunkel bauschender Seide, mit Allonge-Turm auf dem Haupt und ausgebreiteten Armen. Kein Wort mehr möglich, dieser Duchesse entfährt ein Entsetzensschrei, lang, mit Nachhall, mikroportverstärkt und mit anschließendem Blackout. Man darf in diesen Sekunden annehmen: So fühlt sich Sunnyi Melles am wohlsten.

Die Münchner Theaterabende mit ihr als exzentrischem Zentrum sind längst passé. Dieter Dorn, ihr einstiger Chef an den Kammerspielen, später am Residenztheater, formulierte es einmal hintersinnig: Seine Diva sei eben ein «Gesamtkunstwerk». Melles’ Pathos zum Comeback legt irgendetwas nahe zwischen Anouilhs «Antigone» und Shakespeares «Macbeth», gespielt wird aber eine kleine, freche Farce. Und allein wie Gaetano Donizettis «La Fille du régiment» von der Bayerischen Staatsoper umgemodelt wurde, führt (ungewollt?) vor: So ganz einfach ist es in diesen finsteren Zeiten nicht mit den Kriegsstücken.

Zum zweiten Mal ist es dem Haus passiert, dass ein einschlägiges Opus längst programmiert ...

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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Markus Thiel

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