Langsam geht die Welt zugrunde

Neue Wagner-CDs mit Hans Knappertsbusch, Lovro von Matacic, Lioba Braun und James King

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Dieser im Klangbild klare, rauscharme, wenn auch mit kleinen Aussetzern behaftete und in den großen Chorszenen manchmal etwas detonierende Premieren-Mitschnitt des «Rienzi» (TKM ­Records Slovenia Sazas) ist ein Unikum: eine auf die Hälfte des Originals – oder dessen, was gedruckt überliefert ist – eingedampfte Bearbeitung mit Wagners nachkomponiertem heroischen Schluss von 1847, die Wieland Wagner zusammen mit Maximi­lian Kojetinsky für seine Stuttgarter Inszenierung von 1957 erstellt hat, gedacht als Test für eine mög­liche Aufführung in Bayreuth.


Natürlich darf Wolfgang Sawallischs fast eine Stunde längere Münchner Fassung von 1983 als philologisch korrekter gelten, da sie maßvoll gekürzt war und auf sonstige Eingriffe verzichtete. Die beiden Stuttgarter Bearbeiter dagegen stellten Szenen um, änderten den Wortlaut, verteilten Text auf andere als die vorgesehenen (Neben-)Figuren, eliminierten fast alles, was nach Rezitativ klingt, und schufen nahtlose Übergänge, wo Wagner Kontraste und Divergierendes komponiert hatte. Das kommt allerdings oft der Stringenz der Handlung, etwa der Durchschlagskraft des dritten Akts zugute und destilliert aus der «Gro­ßen Tragischen Oper» ein ...

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Opernwelt September/Oktober 2005
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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