«Ich will extreme Theatralik»
Frau Harms, an der Deutschen Oper Berlin arbeiten Sie eng mit dem Team zusammen, das Ihre Zeit an der Kieler Oper geprägt hat: mit Regisseur Alexander von Pfeil, Ihrem Chefdramaturgen Andreas K. W. Meyer, der Dramaturgin Katharina John und mit Ihrem Mann, dem Bühnen- und Kostümbildner Bernd Damovsky. Wird Berlin Groß-Kiel? Wird es einen «Deutsche-Oper-Look» geben?
Groß-Kiel wird Berlin ganz sicher nicht, allein schon deshalb, weil die beiden Städte, die Häuser, die Strukturen nicht vergleichbar sind und man so etwas nicht übertragen kann.
Und auch einen «Deutsche-Oper-Look» wird es nicht geben. Einen Deutsche-Oper-Stil schon eher, eine Linie, die allerdings zugleich von Vielfalt, von vielen verschiedenen Handschriften und Ästhetiken bestimmt sein wird. Alexander von Pfeil arbeitet völlig anders als ich, und die anderen Regisseure, die bei uns inszenieren werden, zeichnen sich auch eher durch ihre Gegensätze als durch Parallelen oder Gemeinsamkeiten aus. Und bestimmte Sachen wird es einfach nicht geben. Ich will keine Achtziger-Jahre-Chorregie! Kein Überagieren, kein Outrieren und kein hysterisches Über-die-Bühne-Rennen, das ist passé!
Ihre erste Spielzeit war komplett von Ihren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Rossini hat ihn, unwillentlich, sein ganzes Leben lang verfolgt und schließlich aus dem Gedächtnis der Nachwelt verdrängt. Heute ist Carlo Coccia (1782-1873) allenfalls noch eine Fußnote der Operngeschichte. Dabei war der aus Neapel stammende Schüler Giovanni Paisiellos eine Zeit lang außerordentlich erfolgreich. Seine 1815 in Venedig uraufgeführte «Clotilde» hielt...
Nach diesen Juli-Tagen in London wird nichts mehr so sein, wie es war. Eine extreme erste Woche, wie diese Stadt sie in Friedenszeiten wohl noch nie erlebte, prall gefüllt von Leidenschaft, Euphorie und Trauer. Zunächst am ersten Wochenende des Monats das von Bob Geldof organisierte Open-Air-Konzert im Hyde Park, dessen Titel-Wortspiel «Live-8» die angestrebte...
Inwieweit Carl Eberts Mozart-Inszenierungen, mit denen die Festspiele in Glyndebourne in den dreißiger Jahren eingeleitet und schlagartig berühmt wurden, einem kritischen Blick von heute standhalten würden, lässt sich aus Mangel an Filmdokumenten nicht sagen. Doch dass die musikalischen Interpretationen Fritz Buschs über Jahrzehnte ihren maßstäblichen Charakter...
