«Ich will extreme Theatralik»
Frau Harms, an der Deutschen Oper Berlin arbeiten Sie eng mit dem Team zusammen, das Ihre Zeit an der Kieler Oper geprägt hat: mit Regisseur Alexander von Pfeil, Ihrem Chefdramaturgen Andreas K. W. Meyer, der Dramaturgin Katharina John und mit Ihrem Mann, dem Bühnen- und Kostümbildner Bernd Damovsky. Wird Berlin Groß-Kiel? Wird es einen «Deutsche-Oper-Look» geben?
Groß-Kiel wird Berlin ganz sicher nicht, allein schon deshalb, weil die beiden Städte, die Häuser, die Strukturen nicht vergleichbar sind und man so etwas nicht übertragen kann.
Und auch einen «Deutsche-Oper-Look» wird es nicht geben. Einen Deutsche-Oper-Stil schon eher, eine Linie, die allerdings zugleich von Vielfalt, von vielen verschiedenen Handschriften und Ästhetiken bestimmt sein wird. Alexander von Pfeil arbeitet völlig anders als ich, und die anderen Regisseure, die bei uns inszenieren werden, zeichnen sich auch eher durch ihre Gegensätze als durch Parallelen oder Gemeinsamkeiten aus. Und bestimmte Sachen wird es einfach nicht geben. Ich will keine Achtziger-Jahre-Chorregie! Kein Überagieren, kein Outrieren und kein hysterisches Über-die-Bühne-Rennen, das ist passé!
Ihre erste Spielzeit war komplett von Ihren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wer Robert Dean Smith nicht bei seinem Tristan-Debüt in Bayreuth und auch nicht im Rundfunk erlebte, kann dies nun auf der bei Oehms Classics erschienenen Best-of-CD nachholen. Dass das Vergnügen nicht so ungetrübt ist wie auf der Festspielbühne, liegt einerseits daran, dass sich die Stimme in der Bayreuther Akustik leuchtender entfaltete, dort wie die von James...
Nicht gerade mit überschäumender Emsigkeit, doch im einzelnen Fall mit großem Engagement beschäftigen sich die Opernhäuser mit den Bühnenwerken Franz Schuberts. Seit der denkwürdigen «Fierrabras»-Aufführung 1988 am Theater an der Wien, in Ruth Berghaus‘ Inszenierung, von Claudio Abbado dirigiert, haben mehrere Operntheater sich des Werkes angenommen, etwa Zürich...
Rossini hat ihn, unwillentlich, sein ganzes Leben lang verfolgt und schließlich aus dem Gedächtnis der Nachwelt verdrängt. Heute ist Carlo Coccia (1782-1873) allenfalls noch eine Fußnote der Operngeschichte. Dabei war der aus Neapel stammende Schüler Giovanni Paisiellos eine Zeit lang außerordentlich erfolgreich. Seine 1815 in Venedig uraufgeführte «Clotilde» hielt...
