Lächelnder Tiefsinn
Persien, vor langer Zeit. Ein grausames Gesetz gebietet, dass das erstgeborene Kind des Sultans stets ein Junge sein müsse, das zweite ein Mädchen. Sollte dero allerhöchste Fortpflanzungs -lotterie andere Resultate zeitigen, sind diese sofort blutig zu beseitigen. Vor rund zwanzig Jahren ist der Sultanin Pantea das Missgeschick passiert, zuerst eine Tochter, dann einen Sohn zur Welt gebracht zu haben. Ihre List: Das Mädchen wird als Kronprinz Darío erzogen, ihr kleiner Bruder als Prinzessin Benamor – und beide wissen nicht um ihr natürliches Geschlecht.
Langsam aber droht die Sache aufzufliegen: Darío hat als neuer Sultan nicht das geringste Interesse an «seinem» Harem, und Benamor gehen die Brautwerber auf die Nerven, unter denen «sie» sich einen aussuchen soll. Und dann ist da auch noch ein Großwesir, der nach genossener Fleischeslust stundenlang schwerhörig ist und deshalb Wichtiges nicht mitbekommt …
Wem das alles spanisch vorkommen sollte, hat ganz recht: Antonio Paso und Ricardo González del Toro haben die Story ersonnen, für ihr Libretto zur Opereta «Benamor», komponiert von Pablo Luna und 1923 in Madrid als einer der größten Zarzuela-Erfolge aus der ersten Hälfte des 20. ...
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Opernwelt März 2026
Rubrik: Panorama, Seite 63
von Walter Weidringer
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Mit einem Zitat aus Shakespeares «King Lear» kündigt die Stimme aus dem Off eine Sonnenfinsternis an: «Jene letzten Verfinsterungen an Sonne und Mond verheißen nichts gutes […] Freundschaft erkaltet, Liebe fällt ab.» Kurz und nicht ganz so schön: Das Ende naht. Dabei ist es immer eine gute Nachricht, wenn ein Theater eine zeitgenössische Oper ins Programm nimmt....
