La comédie humaine
Mit dem Thema «Balzac und das Lied» wäre nichts zu holen, meint Romain Benini im Booklet des Albums «Chansons Balzaciennes», vergisst jedoch, dass Musik im Œuvre des großen französischen Epikers durchaus von Bedeutung ist. Allerdings ließe sich damit eine Schneise in den kulturellen Untergrund der Gesellschaft schlagen, die der Dichter in seiner «Comédie humaine» schildert. Dabei kann sich Benini auf Arnaud Marzorati verlassen, der in diesem glänzend ausgewählten Programm einmal mehr seinen Spürsinn für die populäre Musik des 19.
Jahrhunderts beweist – mit Liedern, die Balzac erwähnt oder die er zumindest gekannt haben dürfte. Die Vielfalt der Stimmen reicht vom schrägen Liebeslied bis zum misslungenen Teufelspakt, vom gesungenen Hut-Katalog bis zur Gauner-Ballade – mal moralisch, mal politisch, aber stets unterhaltend, voller Witz und Ironie.
Die Namen der Komponisten sind, mit Ausnahme Aubers, Schall und Rauch, doch der schnöde Tonfall der Couplets erinnert immer wieder an Offenbachs Operetten. Von den Textdichtern allerdings darf man sich Pierre Dupont merken, dessen «populäre Muse» immerhin Baudelaire rühmte – nicht zuletzt den Jean-Pierre de Bérangers, des ...
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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Medien, Seite 24
von Uwe Schweikert
In Zürich, so befand seinerzeit ein in der Limmatstadt umtriebiger Intendant, stehe die am nördlichsten gelegene Oper südlicher Ausrichtung. Ganz falsch war die als Selbstrechtfertigung gedachte Feststellung nicht – in gewisser Weise gilt sie auch heute noch. Nicht ohne Stolz verweist Andreas Homoki auf den Umstand, dass in den zwölf Jahren seiner Intendanz 16...
Die einen glauben, Gustav Mahler sei der Autor der berühmten Zeilen: «Wenn die Welt einmal untergehen sollte, ziehe ich nach Wien, denn dort passiert alles 50 Jahre später.» Andere Quellen vermuten Karl Kraus hinter dem Bonmot, das vielleicht noch immer stimmt, vielleicht aber auch längst überholt ist. Denn wie ist es zu erklären, dass allen (Welt-)Krisen und...
Gelacht?» «Kein bisschen.» Die Antwort ist einigermaßen desaströs für einen Spaßmacher, dabei hatte sich Truffaldino, der Narr, doch so ins Zeug gelegt, um den kranken Prinzen zum Lachen zu bringen. Als aufgebrezelte Krankenschwester war er auf die Bühne gesprungen, mit Polsterhintern und bald sichtbar werdendem Riesen-BH, und hatte sich selbst eine Spritze in den...
