Kunstschnee und Konfetti

Yannick Nézet-Séguin tritt mit Verdis «Traviata» offiziell als neuer Musikchef der Met in New York an. Diana Damrau singt Violetta, Juan Diego Flórez debütiert als Alfredo

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Nun hat der neue Musikchef also offiziell seinen Einstand gegeben. Mit einer neuen «Traviata», die Willy Deckers legendäre, aus Salzburg übernommene Inszenierung (2010) ersetzt. Wie ein Held wurde Yannick Nézet-Séguin schon gefeiert, bevor der erste Takt der Ouvertüre erklungen war. Als der Dirigent nach der Premiere den frenetischen Schlussapplaus entgegennahm, gingen von den Seiten abgfeuerte goldene Konfettischauer auf ihn nieder.

Auch das Orchester hatte er komplett auf die Bühne gebeten – eine von Daniel Barenboim vor langer Zeit für die Berliner Staatskapelle eingeführte Praxis, an der Metropolitan Opera ein absolutes Novum. Eine schöne Geste, auch wenn die Musiker das Stück wohl – es war die 1012. «Traviata»-Vorstellung des Hauses – selbst ohne Stabführung rückwärts im Schlaf aufführen könnten. Am Ausgang wurden die Besucher später dann noch mit Prosecco-Fläschchen der Marke «Vintage Yannick» beglückt.

Das demonstrative Willkommensritual für den kanadischen Maestro diente nicht zuletzt dem Zweck, für alle sichtbar den endgültigen Bruch mit James Levine zu besiegeln, jenem über Jahrzehnte unangefochtenen Musikdirektor, der nach Missbrauchsvorwürfen fristlos entlassen wurde ...

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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von David Shengold

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