Kubistischer Kulissenzauber

Puccini: La Bohème am Theater Krefeld

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Dennis Krauß hat im Moment einen Lauf: Im vergangenen Jahr kassierte er gleich zwei renommierte Preise, den 14. Europäischen Opernregie-Preis für Regie und Ausstattung und den «Faust»-Theaterpreis für seine Inszenierung von Péter Eö̈tvös’ «Sleepless» am Theater Chemnitz. Betrachtet man Photos seiner bisherigen Arbeiten, fällt ein Faible für starke Bilder und abstrahierte Settings auf: drei Wieland-Scheiben etwa für Brittens «Midsummer Night’s Dream», drei rote, aufrecht stehende Quader für «L’italiana in Algeri».

In seiner Inszenierung von  Puccinis «La Bohème» am Theater Krefeld-Mönchengladbach kann von Minimalismus aber keine Rede mehr sein. Krauß sucht sein Heil nicht in der Abstraktion, er bedient offensiv und ganz ohne Ironie Erwartungen und Klischees. Man reibt sich die Augen – zu sehen ist eine Art Revival des Revivals expressionistischer Bühnenbilder in den 1970er-Jahren.

Da gibt es im ersten Bild eine ärmliche Künstler-Mansarde mit kargem Bett und qualmendem Ofen, mit schiefen Wänden inmitten eines Stadtbilds à la Georges Braques. Im zweiten Bild steht das realistisch ausstaffierte Café Momus, in das man durch eine Glasscheibe hineinschauen kann, vor einem kubistisch ...

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Opernwelt Juni 2026
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Regine Müller

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