Foto: Robert Workman
Kommt ins Offene, Freunde!
Das Kreischen der U-Bahn? Einfach ausgeblendet. Intime Unterhaltungen verschwitzter Fremder? Weg. Auf Knopfdruck verwandelt sich die Höllen-Soundscape in weise Worte. Oder Stille. Oder zu Janáček – was sich die jungen Leute eben so auf die Ohren knallen. Natürlich können längst auch viele dasselbe hören, kabellose Übertragungstechnik macht’s möglich. So lassen sich in jedem Keller Silent Discos feiern, ohne dass die ganze Straße bebt. Vor Sydneys Opernhaus eine Oper zeigen, obwohl die Stimmen der Sänger ohne Nachhilfe nicht übers Wasser kämen – kein Problem.
Und wer für Simon Rattles Antrittskonzert in London kein Ticket kriegt, lauscht der Musik eben draußen auf dem Barbican Sculpture Court, mit Kopfhörern.
Daisy Evans hat ihre Silent Opera-Kompanie ganz diesem Konzept verschrieben. Als siebte Produktion seit 2011 gibt’s «Das schlaue Füchslein». Mit 80 000 britischen Pfund ist das dafür aufgetriebene Budget klein, aber nicht winzig; die English National Opera, die sich für das überdurchschnittlich junge Publikum mit vielen Opernnovizen interessiert, greift der Gruppe u. a. mit Probenräumen unter die Arme. In The Vaults, einem Theater im Bauch des Bahnhofs Waterloo – bei jeder ...
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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Wiebke Roloff
Anfangs hatte es Iko Freese mit der Oper nicht leicht. «Ich war ein Theaterjunkie, sagt er lachend, «und vom Schauspiel kommend fand ich sehr befremdlich, was die Sänger auf der Opernbühne machten. Keiner bewegte sich, es wurde viel herumgestanden, es ging nie um authentische Emotionen. Ich habe es gehasst, wenn mich ein Auftraggeber in die Oper schickte. Die Musik...
Die Fahnen vor der Oper Halle sprechen eine poetische Sprache: «Alles brennt» steht da, schwarz auf weißem Grund, und »Alles träumt». Verkürzt drückt sich hier der Wille zum Neuanfang aus: Wir wollen dieses Haus zu einem Ort des gesellschaftlichen Diskurses, der Fantasien, der Utopien machen – Widerspruch inbegriffen. Damit haben sich Intendant Florian Lutz und...
Ein Markenzeichen des 1977 von Gian Carlo Menotti gegründeten US-Ablegers des Spoleto Festivals ist die Spannweite seines Programms. Neben Mainstream-Stücken werden jedes Jahr Trouvaillen aus vorklassischer Zeit und Musik der Gegenwart geboten. In der vorletzten Saison etwa präsentierte man Francesco Cavallis «Veremonda» und ein druckfrisches Opus des chinesischen...
