Der Überläufer
Anfangs hatte es Iko Freese mit der Oper nicht leicht. «Ich war ein Theaterjunkie, sagt er lachend, «und vom Schauspiel kommend fand ich sehr befremdlich, was die Sänger auf der Opernbühne machten. Keiner bewegte sich, es wurde viel herumgestanden, es ging nie um authentische Emotionen. Ich habe es gehasst, wenn mich ein Auftraggeber in die Oper schickte. Die Musik war fantastisch, aber sonst habe ich mich schrecklich gelangweilt.
» Inzwischen ist die Beziehung eingerenkt – und mehr als das: Heute arbeitet Freese, auch aus logistischen Gründen, fast ausschließlich für die Komische Oper Berlin. «Das Schauspiel habe ich ganz zurückgefahren. Die Oper gebe ich niemals auf.»
Knapp zehn Jahre war Freese fester Hausfotograf am Deutschen Theater in Berlin. «Dabei habe ich mich so verschlissen, dass ich ein bisschen Erholung brauchte.» Neben seinen eigenen Bildern hat er verstärkt Arbeiten anderer Fotografen im Angebot: Seit etwa 20 Jahren führt Freese die Agentur Drama Berlin, die einen Schatz von mehreren Millionen Theater- und Opernfotos verwaltet. «Viele Kollegen tun sich sehr schwer, ihre analogen Fotos unter die Leute zu bringen» – das heißt: zu digitalisieren, zu betexten, die Rechte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Das Theaterfoto, Seite 54
von Florian Zinnecker
Als Liedsänger hat sich der griechische Bariton Tassis Christoyannis auf das französische Repertoire der «Mélodie» spezialisiert. Nach vier vorausgegangenen (Félicien David, Benjamin Godard, Édouard Lalo und Camille Saint-Saëns gewidmeten) CDs, die alle beim Label Aparte erschienen sind, überrascht er nun mit einer ausgesprochenen Rarität. Den Namen Fernand de La...
Das leibhaftige Leben ist ja manchmal sowas von verismo (um nicht zu sagen abgeschmackt), dass es noch den ausgebufftesten Poeten rechts überholt. Zum Beispiel im Fall von Anna Sutter, der Starsopranistin am Stuttgarter Hoftheater, einer bejubelten Carmen und bewunderten Salome: erschossen vom eifersüchtigen – weil ehemaligen – Liebhaber, einem Hofkapellmeister....
Über Geschmack lässt sich nicht streiten, über Liebe schon gar nicht. Glaukos ist auf der Kieler Opernbühne ein kahlköpfiger blue man, mit weißem Bart und gelber Flosse. Sein maritimes Ambiente ist unschwer zu erkennen. So einen «blauglänzenden» Meeresgott konnte nur die griechische Mythologie hervorbringen. In der tragédie lyrique von Jean-Marie Leclair ist er zu...
