Wagemut und Spannkraft
Ein Markenzeichen des 1977 von Gian Carlo Menotti gegründeten US-Ablegers des Spoleto Festivals ist die Spannweite seines Programms. Neben Mainstream-Stücken werden jedes Jahr Trouvaillen aus vorklassischer Zeit und Musik der Gegenwart geboten. In der vorletzten Saison etwa präsentierte man Francesco Cavallis «Veremonda» und ein druckfrisches Opus des chinesischen Komponisten Huang Ruo (OW 7/2015). Die 40.
Spielzeit lockte mit einer modernen Bearbeitung der «Coquette trompée» des französischen Barockkomponisten Antoine Dauvergne und mit der amerikanischen Erstaufführung von Helmut Lachenmanns «Mädchen mit den Schwefelhölzern» (OW 7/2016). Auch diesmal gab es wieder US-Premieren: Vivaldis «Farnace» und Luca Francesconis «Quartett».
Natürlich darf in Charleston Vertrautes und Bewährtes nicht fehlen. In diesem Jahr war eine Neuproduktion von Tschaikowskys «Eugen Onegin» anberaumt, bei der Regisseur Chen Shi-Zheng und seine Ausstatter Christopher Borreca (Bühne) und Alice Tavener (Kostüme) in kräftig ästhetisierten Bildern schwelgten: Birken im Mondschein, Schneeflocken vor dunklem Himmel, Marmorsäulen für den Prunk Sankt Petersburgs. Das Fehlen geschlossener Räume schwächt die ...
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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von David Shengold
Eigentlich haben sie nichts miteinander zu tun, Erich Wolfgang Korngolds Jugendwerk «Der Ring des Polykrates» von 1916 und Mieczysław Weinbergs Oper «Wir gratulieren» (1983) – außer dass ihre Schöpfer jüdischer Herkunft waren und ins Exil gezwungen wurden. Beide Male handelt es sich um Beziehungskomödien mit stark schwankhaften Zügen. Weinbergs anderthalbstündiger...
Händels Heldinnen, die Mutterrollen ausgenommen, sind anders. Sie sind autarker, stärker, stolzer als all jene Besiegten, Verratenen und Verkauften, die Catherine Clément einst besang (und dies mit der steilen These verband, die Oper sei ein Ort, an dem die Vernichtung der Frau beinahe ritualhaft zelebriert werde). Sind erhaben wie Rodelinda, widerborstig wie...
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Strauss, Der Rosenkavalier: 18. (P), 21., 22., 23., 25.
ML: Pérez, I: Carsen, B: Steinberg, K: Reiffenstuel, S: Uhl/Holm, Rydl/Devebec, Holloway/Barrientos, Favaro/Silva
La Plata
Teatro Argentino
Tel. +54-221-429 17 32
www.teatroargentino.gba.gov.ar
– Le Grand Macabre: 14., 16., 21., 23.
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