Königinnen des Herzens
Um diesen Krieg der Königinnen stimmlich angemessen (und) überwältigend in Szene zu setzen, braucht es zwei Belcanto-Kaliber von annähernd identischer Strahlkraft.
Zwar ist die titelgebende Maria Stuarda offiziell Donizettis Prima Donna, Elisabetta nur die Seconda, und offenbaren legendäre Besetzungen der Vergangenheit einen gewissen Prominenzvorsprung für die schottische Regentin: In Barcelona beispielweise stand 1978 der Maria der katalanischen Soprannachtigall Montserrat Caballé die Elisabetta der weniger bekannten italienischen Mezzosopranistin Bianca Berini gegenüber. Für ihre erste Aufnahme der Tragedia lirica wählte sich Edita Gruberová, slowakischer Sopranstern des Ziergesangs, dann gut zwanzig Jahre später mit Agnes Baltsa, dem dramatisch flammenden griechischen Mezzo-Urereignis, allerdings eine Konkurrentin auf Augenhöhe.
Einen Paradigmenwechsel offenbarte 2014 der New Yorker Livemitschnitt der Metropolitan Opera: Joyce DiDonato gab die schottische, Elza van den Heever die englische Königin; die Stimmlagen von Sopran und Mezzosopran waren also getauscht. Donizettis Partitur erlaubt in der Tat beide Varianten. Die Mailänder Uraufführung von 1835 verzeichnet mit der kurz ...
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Opernwelt Februar 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Peter Krause
arte
05.02. – 17.30 Uhr Ode an die Nacht Das Klassikfestival La Folle Journée der bretonischen Stadt Nantes steht 2023 ganz im Zeichen der Nacht in der Musik. Neben Mozarts «kleiner Nachtmusik» und der «Barcarolle» aus Offenbachs «Les contes d’Hoffmann» stehen Werke von Bizet, Chopin, Boccherini, Dvořák und Strauss auf dem Programm des Abschlusskonzerts, das ARTE...
Die Geschichte klingt kitschig, ist aber, wie der Sänger glaubhaft versichert, wahr und geht so: Zu seinem sechsten Geburtstag bekam Denys Pivnitskyi das legendäre Drei-Tenöre-Album mit Pavarotti, Domingo und Carreras geschenkt, hörte es ungezählte Male, trällerte bald die Hits mit – und hatte fortan nur noch einen Wunsch: Opernsänger zu werden. «Nicht wir wählen...
Sangs» hat die französische Altistin Sarah Laulan ihr in enger Zusammenarbeit mit der Pianistin Élodie Vignon entstandenes Recital benannt und spielt mit dieser grammatikalisch inexistenten Mehrzahl des französischen Worts für «Blut» auf das Pulsieren und Strömen des menschlichen Lebens an. Im übertragenen Sinn meint es die Blutauffrischung, die die Komponisten...
