Königinnen des Herzens

Elsa Dreisig und Stéphanie d’Oustrac brillieren in Mariame Cléments geistreicher Inszenierung von Donizettis «Maria Stuarda» in Genf

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Um diesen Krieg der Königinnen stimmlich angemessen (und) überwältigend in Szene zu setzen, braucht es zwei Belcanto-Kaliber von annähernd identischer Strahlkraft.

Zwar ist die titelgebende Maria Stuarda offiziell Donizettis Prima Donna, Elisabetta nur die Seconda, und offenbaren legendäre Besetzungen der Vergangenheit einen gewissen Prominenzvorsprung für die schottische Regentin: In Barcelona beispielweise stand 1978 der Maria der katalanischen Soprannachtigall Montserrat Caballé die Elisabetta der weniger bekannten italienischen Mezzosopranistin Bianca Berini gegenüber. Für ihre erste Aufnahme der Tragedia lirica wählte sich Edita Gruberová, slowakischer Sopranstern des Ziergesangs, dann gut zwanzig Jahre später mit Agnes Baltsa, dem dramatisch flammenden griechischen Mezzo-Urereignis, allerdings eine Konkurrentin auf Augenhöhe. 

Einen Paradigmenwechsel offenbarte 2014 der New Yorker Livemitschnitt der Metropolitan Opera: Joyce DiDonato gab die schottische, Elza van den Heever die englische Königin; die Stimmlagen von Sopran und Mezzosopran waren also getauscht. Donizettis Partitur erlaubt in der Tat beide Varianten. Die Mailänder Uraufführung von 1835 verzeichnet mit der kurz ...

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Opernwelt Februar 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Peter Krause

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