In der Rumpelkammer des Glücks

Aus gegebenem Anlass: Einige Anmerkungen über das Verhältnis von Oper und Kino

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Bereits im Vorwort seines berührenden Buches aus dem Jahr 2007 stellt Alexander Kluge klar, dass es ihm bei den 120 «Geschichten vom Kino» um das «Prinzip Kino» gehe, also um den erweiterten Begriff der Kunstgattung. Er halte dieses «Kino», schreibt Kluge, «für unsterblich und für älter als die Filmkunst», weil es auf einem zeitlosen Prinzip beruhe – darauf nämlich, dass wir etwas, das uns «innerlich bewegt», einander öffentlich mitteilen würden. Darin seien Film und Musik Verwandte: «Beide gehen nicht unter.

» 

Was Kluge vergaß zu erwähnen: Beide Kunstformen begegnen sich auch auf einem anderen Terrain – in der Oper. Mit etwas Fantasie ließen sich – spätestens seit Richard Wagner – etliche Bühnenwerke ebenso gut als Filmmusiken mit dazuerfundener Handlung definieren; Theodor W. Adorno hat im Fall Wagner dafür plausible Gründe angeführt. Auch die Partituren Puccinis und der Komponisten des Verismo bergen genügend «filmmusikalische» Ingredienzien, um sie sich losgelöst von dem Geschehen auf der Bühne zu Gemüte führen zu können und von der Musik (so man nicht ein empfindungsloser Rationalist ist) überwältigt zu werden. Der Thriller liegt hier nicht selten schon in den Tönen selbst, ...

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Opernwelt Februar 2023
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Jürgen Otten

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