«Das ist schon etwas Besonderes»
Herr Rožeň, im Ausland werden Sie hauptsächlich als Dirigent für tschechische Musik wahrgenommen. Wie finden Sie das?
Ich denke, das ist ganz natürlich. Ein guter junger italienischer Dirigent wird zu Beginn seiner Karriere international hauptsächlich für italienisches Repertoire gebucht werden, ein tschechischer eben für tschechisches. Klar will ich nicht ewig in dieser «Schublade» stecken – aber aktuell habe ich damit überhaupt kein Problem. Ich liebe Martinů, Janáček, Smetana, Dvořák ...
Und natürlich kenne ich die Tradition dieser Musik, die Klangvorstellung. Ich habe das «im Blut» und kann es an ein Orchester weitergeben.
Gibt es tschechische Komponisten, die Sie bekannter machen wollen?
Ja! Zum Beispiel Miloslav Kabeláč, übrigens ein Schüler von Erwin Schulhoff. Seine Musik ist toll. Die vierte Symphonie habe ich mehrfach dirigiert, zuletzt im Mai in London mit dem BBC-Orchester, davor auch bei den Salzburger Festspielen, in Katowice, mit dem Ulster Orchestra in Belfast. Jetzt will ich gerne ein neues Stück vorstellen – so etwa von Kabeláč, den man im Ausland viel zu wenig kennt, oder von Martinů.
In Prag haben Sie an der Staatsoper extrem komplexe Werke erarbeitet, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Februar 2023
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Stephan Knies
Menschen, Tiere – Sensationen? Nun ja, die großen Überraschungen sind im Verlauf der Geschichte, die beide Arten zusammenbrachte, ausgeblieben. Der Mensch hat das Tier entweder domestiziert oder getötet, das Tier den Menschen mit seinen Mitteln hier und da zur Räson zu bringen versucht. Annäherungen gab (und gibt) es immer wieder, vor allem Füchse schleichen sich...
Bereits im Vorwort seines berührenden Buches aus dem Jahr 2007 stellt Alexander Kluge klar, dass es ihm bei den 120 «Geschichten vom Kino» um das «Prinzip Kino» gehe, also um den erweiterten Begriff der Kunstgattung. Er halte dieses «Kino», schreibt Kluge, «für unsterblich und für älter als die Filmkunst», weil es auf einem zeitlosen Prinzip beruhe – darauf...
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
«Wotans Abschied» («Die Walküre»), Staatsoper Berlin im Schillertheater, 2011.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Zunächst sollten wir die sagenhaften Theater (vor allem auch die Italiens) erhalten. Der Ort und die Eigenschaften rund um ein Opernhaus in meiner träumerischen Vorstellung wären: für jeden erschwinglich und...
