Der Tod und das Mädchen

Meriç Artaç: Requiem for Mariza

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ZUKUNFTSMUSIK
Das «unmögliche Kunstwerk» Oper lebt, allen Unkenrufen zum Trotz. Als Beleg mögen abseits der Pflege des kanonischen Repertoires auch und vor allem jene Stücke dienen, die sich mit der Tradition der Gattung auseinandersetzen, dabei aber neue Wege beschreiten. Um solche Werke des Musiktheaters soll es in dieser Rubrik gehen: um Uraufführungen, in denen neue Narrative kreiert werden und die Form selbst auf dem Prüfstand steht, zugleich aber auch jene Rezeption befragt wird, die sich mit der Wiederholung überlieferter Deutungsmuster begnügt. Zu Wort kommen Komponistinnen und Komponisten, Dramaturginnen und Dramaturgen sowie Dirigentinnen und Dirigenten.

Eine Frau blickt zurück. Auf ihr Leben, auf Menschen, die ihr im Verlauf dieses Leben begegnet sind (und von denen sie schon einige verloren hat), auf das, was und wie es war, und ebenso auf das, was mit einiger Sicherheit nicht mehr sein und nie mehr werden wird. Viel Zeit bleibt ihr nicht für diese Rückschau. Die Frau ist krank, sterbenskrank. Und eigentlich schon gar nicht mehr richtig da.

Denn sie befindet sich, wie ebenfalls die Protagonistin in dem Theaterstück «Tanzende Idioten» von Thorsten Lensing, das kürzlich in Berlin zu sehen war, bereits in jenem bizarren (Traum-)Raum zwischen Leben und Tod, den man nur für sehr kurze Zeit bewohnt, und wo nur klar ist, welche Tür sich gleich, bald, irgendwann in den nächsten Sekunden öffnen wird.

«Requiem for Mariza» heißt das Stück der Komponistin Meriç Artaç und ihrer Librettistin Sarah Sluimer, das sie im Auftrag von November Music und Nationale Opera & Ballet ersonnen haben und das nun beim Opera Forward Festival in Amsterdam seine szenische Uraufführung erlebt. Es geht darin im Wesentlichen um die spannungsreiche Beziehung zwischen dem, was der Schriftsteller Robert Musil einst in seinem Jahrhundertroman «Der Mann ohne ...

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Opernwelt März 2026
Rubrik: Magazin, Seite 95
von Virginie Germstein

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