Klangrede

Köln, Mozart: Idomeneo

Opernwelt - Logo

Köln hat einen neuen «Idomeneo» zum Hören. Weniger einen zum Hinsehen. Das hat zwei Gründe: Erstens ist Mozarts Oper ohnehin schwierig zu inszenieren; zweitens fällt Christoph Nel und seinem Bühnenbildner Jens Kilian nichts Nachhaltiges dazu ein, wie erstgenanntem Übel abzuhelfen wäre. Die Bühne auf der Bühne im ersten Akt klärt zwar die Fronten zwischen einer während der Ouvertüre als Vorgeschichte eingepflanzten Folterszene um Idomeneo und der auf der großen Bühne verorteten, ungetrübten kretischen Welt Idamantes.

Insgesamt wird dem Zuschauer aber einiges an Ratlosigkeit abgenötigt; denn mehr als einzelne Symbole, denen wir spätestens im dritten Akt wieder begegnen, mehr als ein paar psychoanalytisch angehauchte Ideen hat diese Inszenierung nicht zu bieten. Hernach gab es dafür eine gehörige Buh-Quittung. Dass Nel vor allem in der Figurenführung scheiterte, konnte jeder nachvollziehen, der die eigene Augenklappe für zwei, drei Minuten fallen ließ, um sich ganz der Musik zuzuwenden. Danach nämlich standen die Figuren immer noch am selben Ort und in gleicher Haltung.
Markus Stenz ließ das Gürzenich-Orchester, wie bereits im «Fidelio», auf halber Höhe spielen, was nicht nur der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Mai 2005
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Christoph Vratz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Literaturopern aufs Neue

Immer wieder nehmen Komponisten Rekurs auf einen literarischen Text, wobei es sich nicht einmal um dramatische Vorlagen handeln muss. Zwei neue Beispiele: Für die seit 1997 vom Theater Bonn mit der dortigen Bundeskunsthalle nun schon zum dreißigsten Mal durchgeführte Novitätenreihe «Bonn Chance!» komponierte der vor allem als Klavierinterpret neuer Musik...

Mitterer: Crushrooms

Klänge um uns herum, Worte, live und vom Band, Bilder. Aktion, steil treppauf im Basler Foyer, auf den beiden Galerien, auf dem Flügel, mit klaustrophobischem Charakter in der gläsernen Drehtür und auch draußen, auf dem Theaterplatz, unter Assistenz eines Gabelstaplers mit Aufblendlicht. Und wir mittendrin, pausenlose einundneunzig Minuten und neun Sekunden...

Dauergebet

Auch das bringt der Alltag an einem Doppelinstitut mit sich: Nach elf Jahren war die alte «Parsifal»-Inszenierung des damaligen Generalintendanten Kurt Horres erstmals beim Partner Duisburg zu erleben. Erst jetzt verfügt das Haus über die entsprechende Po­dien- und Hydrauliktechnik. Ein verstaubter Blick auf Richard Wagners Bühnenweihfestspiel? Jein. Was die...