Dauergebet

Kurt Horres’ «Parsifal»-Inszenierung ist in Duisburg angekommen – unter der ­fulminanten Stabführung John Fiores

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Auch das bringt der Alltag an einem Doppelinstitut mit sich: Nach elf Jahren war die alte «Parsifal»-Inszenierung des damaligen Generalintendanten Kurt Horres erstmals beim Partner Duisburg zu erleben. Erst jetzt verfügt das Haus über die entsprechende Po­dien- und Hydrauliktechnik. Ein verstaubter Blick auf Richard Wagners Bühnenweihfestspiel? Jein.

Was die szenischen Versatzstücke (Andreas Reinhardt) mit einem muschelähnlichen Blickfang für die hermetische Männerwelt der Gralsritter und für Klingsors Spukschloss anbelangt, dürften heute ganz andere Projek­tionsmittel zur Verfügung stehen. Auch die Figurenbehandlung in einem überwiegend statisch-oratorischen Stehkonvent könnte revidiert werden.
Doch die Musik und das Ensemble richten diese szenische Schieflage einer spröde winterlichen Sakrallandschaft wieder auf. Das gilt für John Fiore am Pult der fabelhaft disponierten Duisburger Sinfoniker, und das gilt für Hans-Peter Königs Gurnemanz und Boris Statsenkos Amfortas. Beide Sänger erfassen das Leiden menschlichen Hoffens und Scheiterns. König, von der Statur schon bevorzugt, verleiht darüber hi­naus dem väterlich-weisen Gurnemanz die Aura eines noblen Charakters. Stat­senko singt ...

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Opernwelt Mai 2005
Rubrik: Im Focus, Seite 11
von Jörg Loskill

Vergriffen
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