Klang der Heimat
Als Daniel Ott und Manos Tsangaris 2016 die «Münchener Biennale für neues Musiktheater» übernahmen, gab es erst einmal ein großes Aufatmen. Nicht dass Peter Ruzicka, der unmittelbare Vorgänger, keine erfolgreiche Arbeit geleistet hätte. In seiner Ära brachte die Biennale einige Werke zur Uraufführung, die tatsächlich das leisteten, wonach Ruzicka stets suchte: die Erweiterung des Repertoires, eine Oper des 21. Jahrhunderts. Schon Biennale-Gründer Hans Werner Henze hatte Uraufführungen präsentiert, die sich bald als repertoirefähig herausstellten.
Ruzicka setzte das fort, ein bisschen borniert zuweilen, ein bisschen sehr ernst, aber mit zahlreichen Treffern.
Dann kamen Ott und Tsangaris, und alles wurde offen und leicht. Man begab sich an den Starnberger See oder in Gewächshäuser, in Privatwohnungen und teils auch an die angestammten Spielorte der Biennale, man traf auf oft wundersame, installative, performative, lustige Arbeiten. Der Werkbegriff wurde – nicht völlig, aber doch ziemlich profund – aufgelöst in ein Erleben im Moment. Zwei Ausgaben lang war das fabelhaft, dann kam Corona. Die Biennale 2020 musste auf ein Jahr gestreckt werden. Und nun? Man kann konstatieren, dass von ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juli 2024
Rubrik: , Seite 72
von Egbert Tholl
In einem Selbstinterview gab Glenn Gould 1972 seine Abneigung gegen Beethovens «König-Stephan-Ouvertüre» freien Lauf – «mehr oder minder von der ersten bis zur letzten Note». Die folgenden neun Nummern dieser anlässlich der Eröffnung des Deutschen Theaters in Pest am 9. Februar 1812 komponierten Schauspielmusik erwähnte der kanadische Pianist erst gar nicht. Eine...
Lieber Herr de Mallet Burgess – Cincinnati, Westaustralien, Neuseeland, nun Helsinki: Ihr Weg als Opernmanager liest sich sehr ungewöhnlich.
Stimmt, und er hat schon ungewöhnlich angefangen: Nach dem Studium in Oxford wollte ich Regie lernen, besonders in England bestand damals aber kaum die Möglichkeiten dazu. Also befolgte ich einen Ratschlag von Peter Brooks:...
JUBILARE
Eine vergleichbare Karriere wie die der Brigitte Fassbaender findet man nur schwer. Egal in welchem Bereich die Mezzosopranistin, Opern -regisseurin, Gesangspädagogin, Rezitatorin, Autorin und Intendantin auch aktiv ist, ihre Arbeit zeichnet sich durch Erfolg, Leidenschaft und Hingabe aus. Begonnen hat ihre Laufbahn im Gesangsfach. Ausgebildet von ihrem...
