Keine leichte Kost
Seit nunmehr fast sieben (guten) Jahren ist nahe Athen das Stavros Niarchos Foundation Cultural Center in Betrieb, ein massiver Gebäudekomplex, in dem sich unter anderem auch die Greek National Oper (GNO) mitsamt einer großen und einer kleinen Bühne befindet. Wie ein eigener Stadtteil erstreckt sich das Kunst- und Kulturzentrum am Rande eines 400 Meter langen Kanals fast bis ans Meer; vom Dach des Opernhauses hat man einen Blick auf den Saronischen Golf.
Athen will Anschluss finden an den internationalen Opernbetrieb, den es lange Zeit ein bisschen vom Rande beobachtet hat, obwohl das Land bis heute große Stimmen hervorbringt und vor allem hervorgebracht hat. Wer denkt nicht stante pede an die (vermutlich) Größte von allen, an Maria Callas, die zwar in New York geboren wurde und in Paris starb, sich aber ein Leben lang als Griechin begriff und dies nachdrücklich immer wieder betonte. Athen hat der Primadonna assoluta, deren 100. Geburtstag die Musikwelt im vergangenen Jahr feierte, endlich auch ein eigenes Museum eingerichtet, zentral gelegen, gleich gegenüber der Kathedrale Mariä Verkündigung. Gezeigt werden dort mehr als 1300 Exponate, darunter Klavierauszüge, Kostüme, Fotos, ...
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Opernwelt März 2024
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Regine Müller
Vom Märchen zur Satire ist es oft nur ein Trippelschritt: Als der russische Theaterregisseur Wsewolod Meyerhold die Fabel «Die Liebe zu den drei Orangen» in die Finger bekam, ein quirliges Commedia-dell’Arte-Stück von Carlo Gozzi aus dem 18. Jahrhundert, erkannte er darin eine nachgerade perfekte Vorlage, um seine Idee vom antirealistischen Theater zu erproben....
Ob die Musikgeschichte gerecht sei? Es ist dies eine ebenso berechtigte wie stetig wiederkehrende Frage. Denn mit jedem Geschmackswandel, mit jeder neuen Kritik an alten Gewissheiten (und Klischees) tun sich neue Grabungsstätten auf. Seit bald 15 Jahren arbeitet eine emsige Gruppe musikalischer Archäologen unter dem Dach der Stiftung Palazzetto Bru Zane an der...
Mein Bild ist meine Bühne», sagte der Maler William Hogarth einmal über sich selbst. Sprach’s und setzte es in Kunst um: Zwischen 1733 und 1735 widmete er acht gesellschaftskritische Gemälde und Stiche «A Rake’s Progress», dem Werdegang eines Wüstlings – und inspirierte gut 200 Jahre später Igor Strawinsky und seine Librettisten zu einer fast gleichnamigen Oper...
