Keine leichte Kost
Seit nunmehr fast sieben (guten) Jahren ist nahe Athen das Stavros Niarchos Foundation Cultural Center in Betrieb, ein massiver Gebäudekomplex, in dem sich unter anderem auch die Greek National Oper (GNO) mitsamt einer großen und einer kleinen Bühne befindet. Wie ein eigener Stadtteil erstreckt sich das Kunst- und Kulturzentrum am Rande eines 400 Meter langen Kanals fast bis ans Meer; vom Dach des Opernhauses hat man einen Blick auf den Saronischen Golf.
Athen will Anschluss finden an den internationalen Opernbetrieb, den es lange Zeit ein bisschen vom Rande beobachtet hat, obwohl das Land bis heute große Stimmen hervorbringt und vor allem hervorgebracht hat. Wer denkt nicht stante pede an die (vermutlich) Größte von allen, an Maria Callas, die zwar in New York geboren wurde und in Paris starb, sich aber ein Leben lang als Griechin begriff und dies nachdrücklich immer wieder betonte. Athen hat der Primadonna assoluta, deren 100. Geburtstag die Musikwelt im vergangenen Jahr feierte, endlich auch ein eigenes Museum eingerichtet, zentral gelegen, gleich gegenüber der Kathedrale Mariä Verkündigung. Gezeigt werden dort mehr als 1300 Exponate, darunter Klavierauszüge, Kostüme, Fotos, ...
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Opernwelt März 2024
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Regine Müller
Das Vorwort ist ein Gedicht. Kraftvoll, wortmächtig, poetisch aufgeladen. Geschrieben hat es ein Mitstreiter aus guten, alten Zeiten, der (hochbegabte) Schauspieler und (nicht ganz so begabte) Regisseur Sven-Eric Bechtolf. Und mag er Jürgen Flimm, diesem großen, am 4. Februar 2023 verstorbenen (Musik-)Theatermann, auch einen schmucken Lorbeerkranz ums Haupt winden,...
Brittens letzte Oper «Death in Venice» ist – wie seine Vorlage, Thomas Manns Novelle «Der Tod in Venedig» – ein Werk über das Sterben, es fragt nach der Würde oder der fehlenden Würde des Dahingehens. Ein Werk über das Vergreisen ist es jedoch keineswegs. Genau in diese Falle tappt Magdalena Fuchsberger mit ihrer Inszenierung am Theater Heidelberg. Der Dichter...
Betritt man den Zuschauerraum des Grand Théâtre de Genève, ist die Musik schon da. Kojack Kossakamvwe, begnadeter Gitarrist aus dem Kongo, sitzt vor dem Eisernen, ganz im Eck, und flicht seine schier unendlichen Girlanden voller Funk und zersplitternder Melodien. Schon ist man dort, wo dieser Abend angesiedelt ist – in Afrika, genauer: im Kongo. Passend dazu die...
