Willkommen im Bretterrund
Im Freistaat Bayern gleicht die Kulturmomentan eher eine Ruinenlandschaft, jedenfalls bei den Opernhäusern: Das Staatstheater Augsburg, das Mainfranken Theater Würzburg und das Landestheater Niederbayern spielen in Ausweichquartieren, bei der Nürnberger Oper und beim Münchner Nationaltheater stehen ebenfalls Generalsanierungen an, das (Staats-)Theater Regensburg hat seine zweite Spielstätte im Velodrom noch nicht wiederhergestellt.
Das größte Problem sind die momentan exponentiell explodierenden Baukosten, die überall die politische Diskussion um Notwendigkeit und Ausmaß der Sanierungen befeuern. Die Folge: Sind die Häuser erstmal im Interim, kommen sie meist so schnell nicht wieder heraus. So zeigt man Musiktheater in Landshut schon seit zehn Jahren in einem lärm- und kältedurchlässigen Zelt, in Augsburg seit 2016 in den blechernen Hallen einer ehemaligen Textilfabrik, wo viele Stimmen nur mit Mühe über den gerade mal ansatzweise vorhandenen Orchestergraben kommen.
Im «Globe», seit dieser Saison Ausweichspielstätte des Landestheaters Coburg, ist das anders: Bei einer Vorstellung von Humperdincks «Hänsel und Gretel», inszeniert von Operndirektor Neil Barry Moss, hört man nicht ...
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Opernwelt März 2024
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Michael Stallknecht
Herr Kohlhepp, war der Salzburger Manolios in Bohuslav Martinůs Oper «The Greek Passion» ein Schritt in Richtung neues Rollen-Biotop? Weil man nicht mehr so edelmütig bis passiv sein muss wie als Don Ottavio oder Tamino?
Ein Rollen-Image, das man vielleicht hat, sucht man sich nicht unbedingt selbst. Man hat ein gewisses Timbre, also werden einem automatisch...
Es ist nicht leicht, ein Zar zu sein. Vor allem dann nicht, wenn das eigene Volk in einem ziemlich heruntergekommenen Betonschacht mit Kronleuchter lebt. Das mit nahezu identischen blonden Scheitelfrisuren ausgestattete Kollektiv, vom neuen Chordirektor des Nationaltheaters Mannheim, Alistair Lilley, hervorragend einstudiert, lässt sich leicht manipulieren und...
Am Teatro alla Scala ist der Name von Maria Callas untrennbar mit Luigi Cherubinis «Médée» verbunden. Nicht zuletzt mit dieser Partie, die sie 1953 unter Leonard Bernstein und nochmals 1961 sang (am Pult stand Thomas Schippers), erzielte die griechische Sopranistin einen ihrer größten Erfolge. Ob Zufall oder absichtsvolle Reverenz: 62 Jahre lang wurde diese Oper in...
