Willkommen im Bretterrund
Im Freistaat Bayern gleicht die Kulturmomentan eher eine Ruinenlandschaft, jedenfalls bei den Opernhäusern: Das Staatstheater Augsburg, das Mainfranken Theater Würzburg und das Landestheater Niederbayern spielen in Ausweichquartieren, bei der Nürnberger Oper und beim Münchner Nationaltheater stehen ebenfalls Generalsanierungen an, das (Staats-)Theater Regensburg hat seine zweite Spielstätte im Velodrom noch nicht wiederhergestellt.
Das größte Problem sind die momentan exponentiell explodierenden Baukosten, die überall die politische Diskussion um Notwendigkeit und Ausmaß der Sanierungen befeuern. Die Folge: Sind die Häuser erstmal im Interim, kommen sie meist so schnell nicht wieder heraus. So zeigt man Musiktheater in Landshut schon seit zehn Jahren in einem lärm- und kältedurchlässigen Zelt, in Augsburg seit 2016 in den blechernen Hallen einer ehemaligen Textilfabrik, wo viele Stimmen nur mit Mühe über den gerade mal ansatzweise vorhandenen Orchestergraben kommen.
Im «Globe», seit dieser Saison Ausweichspielstätte des Landestheaters Coburg, ist das anders: Bei einer Vorstellung von Humperdincks «Hänsel und Gretel», inszeniert von Operndirektor Neil Barry Moss, hört man nicht ...
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Opernwelt März 2024
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Michael Stallknecht
Als Antonio Pappano 2002 als Musikdirektor nach Covent Garden kam, begann seine Amtszeit mit einer Neuproduktion von Straussens/Hofmannsthals «Ariadne auf Naxos» in der Regie von Christof Loy. In diesem Sommer wird der Italiener das Royal Opera House nach einer für ihre Vielseitigkeit ebenso wie den musikalischen Standard vielgerühmten Amtszeit verlassen, um als...
Der Dichter singt, singt in höchsten und in tiefsten Tönen, wort- wie bildmächtig, am Rande des Erlaubten und in einem Rhythmus, der per se alle Bedenken, sollten sie überhaupt bestehen, vom Tische fegt. «O seiden Härelein! O Rosen Wängelein! Corallen Lippelein! O Perlen Zänelein! O Honig Züngelein! O Perlemutter Oehrelein! O helffenbeinen Hälßelein! O Pomerantzen...
Ach, wie einfach wäre die Angelegenheit, würde man sich an das zugegeben kühne Theorem Markus Gabriels halten und behaupten, dass das, was allgemein mit dem Begriff «Welt» umschrieben wird, im Grunde gar nicht existiere. Nun ist es aber leider erstens nicht so, dass man diese Welt, verstanden als Ensemble stofflicher Gegenstände, ignorieren kann, und zum zweiten...
