Kein großes (Opern)Kino
Erklingt in diesen Tagen auf einer Opernbühne der «Patria-oppressa!»-Chor aus Giuseppe Verdis «Macbeth», dann «inszeniert» ein Diktator wie Wladimir Putin mit, ganz gleich, was dabei zu sehen ist. Verstärkt wird dieser unangenehme Eindruck noch, wenn, wie zu Sommerbeginn am Theater Freiburg, ein ukrainischer Regisseur das Stück zu deuten versucht. Andriy Zholdak hat nach dem russischen Überfall auf seine Heimat sämtliche geplanten Regiearbeiten in Russland zurückgezogen und erklärt, er werde dort so lange nicht mehr inszenieren, wie das Unrechtsregime herrscht.
Nachdem Zholdak 2005 in Deutschland Furore gemacht hatte (an der Berliner Volksbühne, wo sonst?), galt er fortan in Charkiw als Theater-Provokateur und in Westeuropa als Geheimtipp. Kunst sollte daheim – von Staats wegen — erbaulich sein. Also ging Zholdak auf Tournee, in Richtung Westen. Auf den Opern-Geschmack kam er 2014 aber ausgerechnet in St. Petersburg – mit einer hochgelobten «Eugen Onegin»-Inszenierung am Michailowski-Theater. In der Folge machte der Regisseur dann unter anderem mit seiner Lesart von Zemlinskys «König Kandaules» (an der Opera Vlaanderen) und seiner Version von Tschaikowskis «Zauberin» (in Lyon) ...
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Opernwelt 8 2022
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Joachim Lange
arte
07.08. – 17.05 Uhr Mahler: Symphonie Nr. 6 «Die mit dem Hammer!» (Und Andris Nelsons am Pult der Wiener Philharmoniker. Ein Mitschnitt von den Salzburger Festspielen 2020). In seiner 6. Symphonie orientiert sich Mahler, nach seiner eher freien Handhabung der Symphonieform in den Werken davor, wieder stark am klassischen symphonischen Formmodell – es gibt nur...
Dieser Märzabend des Jahres 1864 stand wahrlich unter keinem günstigen Stern: Die Uraufführung von Charles Gounods Oper «Mireille» im Pariser Théâtre-Lyrique fiel durch. Angekreidet wurde dem Komponisten und seinem Textdichter Michel Carré insbesondere, dass das (auf Frédéric Mistrals provenzalisches Poem «Mirèio» zurückgehende) Sujet fürchterlich abgeschmackt sei;...
Herr Goebbels, wie geht es Ihnen bei der Begegnung mit der eigenen Stimme?
Bei all den Stimmen, mit denen ich arbeite, habe ich meine Stimme nie eingesetzt.
Und wenn Sie sie zufällig in Radiointerviews hören?
Ist sie mir fremd. Sie bleibt mir fremd. Wir wissen, warum das so ist, weil die Resonanz des eigenen Körpers fehlt und so weiter.
Stimmen aber faszinieren...
