Kabinett der Träume
Der verflixte Revolver! Den ganzen Abend über versucht Rolando Villazón ihn loszuwerden. Und doch taucht er immer wieder auf, egal, wo er die Waffe vorher gerade hat verschwinden lassen. So oft fällt ihm das gefährliche Gerät mit der Trommelkammer in die Hände, dass es schließlich zum tödlichen Schuss kommt. In Claus Guths Inszenierung von Bohuslav Martinus «Juliette» führt Villazón den absurden Slapstick-Kampf mit dem altmodischen Schießeisen auf hoch virtuose Weise, macht die vergebliche Entsorgung des unliebsamen Geräts zum Running Gag eines traurigen Clowns.
Denn als solcher erscheint Michel hier, der Pariser Buchhändler, der seiner Traumfrau hinterherjagt, jener Juliette, die ihm einst in einer fremden Stadt wie eine Vision erschien. Als es dann endlich zum lang ersehnten Rendezvous kommt, sinkt die Angebetete tödlich getroffen zu Boden. Ob er der Schütze war oder es sich um einen Blindgänger handelte, kann Michel auch im «Zentralbüro der Träume» nicht erfahren – stattdessen hört er plötzlich Juliettes Stimme hinter einer verschlossenen Tür.
Das spanische Verb «revolver» bedeutet «aufwühlen, durcheinanderbringen, verwirren» – und dass dem Publikum in der Berliner Staatsoper so ...
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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Frederik Hanssen
ARD-ALPHA
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Auf Flügeln des Gesangs.
70 Jahre Chor des Bayerischen Rundfunks.
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Sound of Cinema 2013.
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Opern-Tage» will das Festival in Rotterdam bieten. Unter dem Begriff wird an der Rheinmündung alles mögliche subsumiert: von objets trouvés über Klanginstallationen bis hin zu Essensschlachten in Reizwäsche. Gewiss, Gesang bekommen wir zu hören. Auch die eine oder andere Geschichte serviert. Aber Oper?
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Herr Eötvös, Sie sind 1966 als junger Mann von Budapest nach Köln gezogen, um dort zu studieren. Durch einen Zufall begegneten Sie wenige Tage nach der Ankunft Karlheinz Stockhausen. Daraus entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit, die zehn Jahre währte. Klingt dieser frühe Einfluss bis heute nach?
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