«Einen Plan B haben wir nicht»

Im rezessions- und inflationsgeplagten Argentinien ist nicht nur das Teatro Colón mit seinem aufwändig restaurierten alten Glanz für Musiktheater zuständig. Wie sich die Krise am Río de la Plata als Chance nutzen lässt, führen längst private Kompanien vor – zum Beispiel Juventus Lyrica, Buenos Aires Lírica oder Magna Lírica, die mit jungen Sängern «Oper von unten» macht

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Alejo Pérez suchte die Musik im Paradies. Hoch oben, wo die Fresko-Decke des Teatro Colón fast mit Händen zu greifen ist. Im «Paraíso», wie hier der höchste Rang heißt, stand Alejo als kleiner Junge an jedem nur möglichen Wochenende und blickte auf die Bühne. «Egal ob Oper oder Konzert – ich wollte dabeisein», erinnert sich Pérez, der jetzt zu den aufstrebenden jungen Dirigenten aus Argentinien zählt und gerade die Kölner Wiederaufnahme der Salzburger Produktion von Wolfgang Rihms «Die Eroberung von Mexico» geleitet hat.



Noch heute übt das Haus in der Millionenmetropole Buenos Aires mit seinen 2500 Sitz- und 500 Stehplätzen eine magische Wirkung auf Künstler aus aller Welt aus. Die Akustik ist legendär. Hier dirigierten Richard Strauss, Fritz Busch und Erich Kleiber, Daniel Barenboim spielte im Colón zum ersten Mal vor Publikum Klavier und kehrte später auch als Dirigent zurück. Maria Callas und Enrico Caruso betörten die Bourgeoisie der einstigen «Kornkammer der Welt». Die Nachmittage im Colón bestimmten auch den Werdegang von Alejo Pérez. Bald steht er in Salzburg, Palermo, Dresden und Chicago am Pult.

Der einstige Ruhm des Colón ist verblasst. In den vergangenen Jahren ist das ...

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Opernwelt Juli 2016
Rubrik: Reportage, Seite 28
von Esteban Engel

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