Jung geblieben

Auch in der 60. Spielzeit wirkt die Santa Fe Opera frisch – mit Mozarts «Don Giovanni», Puccinis «Fanciulla», Gounods «Roméo et Juliette» und Barbers «Vanessa»

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Ums große Jubiläum hat Charles MacKay nicht viel Wind gemacht. Der General Manager der Santa Fe Opera ist seit 2008 im Amt, doch die Company in New Mexico wurde in diesem Sommer 60 Jahre alt. Gleichwohl verzichtete man auf ein spezielles Festprogramm, setzte bei den fünf Produktionen auf Repertoirestücke und die bewährte Mischung aus szenischer Kulinarik und Regietheater. Diesmal im Angebot: ein «Don Giovanni» von elementarer, surrealer Wucht, in dem die Mächte der Finsternis offenbar die ganze Menschheit in den Würgegriff genommen hatten (Ron Daniel; Premiere: 2.

Juli); eine augenzwinkernd und höchst wirkungsvoll durch die Brecht-Brille gelesene «Fanciulla del West» (Richard Jones; Premiere: 1. Juli); eine packende Wiederbegegnung mit Samuel Barbers «Vanessa», die hier geradewegs aus einem Ibsen-Drama übergelaufen zu sein schien (James Robinson; Premiere: 30. Juli); eine streitbare Version von Gounods «Roméo et Juliette», die in den Südstaaten vor dem Bürgerkrieg spielt (Stephen Lawless; Premiere: 16. Juli); schließlich eine blitzsauber getaktete Deutung von Strauss’ «Capriccio», die mühelos Elemente des 18. und des 20. Jahrhunderts zusammenspannte (Tim Albery; Premiere: 23. ...

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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Magazin, Seite 92
von Simon Williams

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