Jede Faser Überlebenswille
Im äußersten Norden der Republik stemmte man sich wieder einmal gegen den theatralen Weltuntergang: Das Schleswig-Holsteinische Landestheater, dieser seit vielen Jahrzehnten bewährte Zusammenschluss der Bühnen von Flensburg, Schleswig (als Verwaltungshauptsitz), Rendsburg und neun weiteren Bespielorten, drohte auseinanderzubrechen. Begonnen hatte das Drama im Juli 2011, als das traditionelle, 120 Jahre alte Schleswiger Stadttheater wegen Einsturzgefahr geschlossen und Anfang 2015 abgerissen wurde.
In der Frage, ob Rekonstruktion am alten Platz oder Neubau an anderer Stelle die Lösung sei (nicht zuletzt ein finanzielles Problem), konnte sich der Stadtrat nicht einigen. Schließlich kulminierte der Streit in dem trotzigen Vorschlag der Schleswiger, dass man ja auch gleich ganz aus dem Gesellschaftervertrag des Landestheaters austreten könne – eine Idee, gegen die Intendant Peter Grisebach mit allen Mitteln Sturm lief.
In den letzten Junitagen nun hat sich entschieden: Schleswig, bisher Sitz der Verwaltung und Dramaturgie, bleibt im Verbund, gibt aber, weil nun die Räumlichkeiten fehlen, seine Vorreiterstellung ab. Rendsburg mit seinem Stadttheater und einem direkt neben dem Theater ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt August 2015
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Gerhart Asche
Der Mozart-Opern-Zyklus unter Yannick Nézet-Séguin schreitet fort. Mit der «Entführung aus dem Serail» freilich wird man nicht wirklich froh. Es liegt nicht am Orchester. Das Chamber Orchestra of Europe spielt äußerst fidel und sängerfreundlich, phrasiert flexibel und farbig. Die beiden weiblichen Hauptrollen sind erfreulich besetzt, auch wenn Diana Damrau als...
Kopf frei machen!
Von Verantwortung weiß sie ein Lied zu singen – aus eigener Bühnenerfahrung und als Gesangsprofessorin. Analytisches Fingerspitzengefühl fordert Michelle Breedt im Interview. Von Sängern, Musikern und Dirgenten, von Studenten wie Lehrern.
Alle Jahre wieder ...
... warten die Sommerfestivals mit neuen Produktionen auf. Auf den Grünen Hügel zieht es...
Der Norden der Brüsseler Innenstadt ist kein idyllischer Ort. Die großen Boulevards mit ihren pompösen Wohnblocks zerfransen am Nordbahnhof, der Straßenstrich wirkt am Sonntag noch deprimierender als sonst, das ganze Viertel ist eine von Büroeffizienz und Kommerz diktierte Bausünde der 90er-Jahre. In der großstädtischen Ödnis drängen sich nur vor dem Théâtre...
