Janácek: Die Ausflüge des Herrn Brouce
Gegenüber «Jenufa», «Katja», «Füchslein», auch «Totenhaus» und «Makropulos» gilt der «Broucek» immer noch als Außenseiter. Im deutschen wie im tschechischen Sprachraum. Ein in sich divergentes Stück, mit dessen zwei ganz unterschiedlichen Teilen, der Mondfahrt und der Reise ins 15. Jahrhundert, Regisseure sich schwer tun.
Christian von Götz fand jetzt einen gemeinsamen Nenner in der Verdoppelung der Titelfigur: Während Broucek I seine abstrusen Abenteuer erlebt, sitzt Broucek II biertrinkend und dösend am linken Bühnenrand und erinnert den Zuschauer ständig daran, dass die vor ihm ablaufenden Geschehnisse als Traumgebilde zu begreifen sind. Wobei die vom Schauspieler des Broucek II, offenbar einer Lübecker Lokalgröße, gesprochenen Zwischentexte sich in ihrer gemäßigt witzigen Pointierung eher lähmend auf das Ganze auswirkten.
Ansonsten aber liefern Götz und seine Ausstatterin Karin Fritz eine gekonnt turbulente Umsetzung. Das gilt sowohl für die Mondfantasien mit einer kabarettistischen Emanzen-Revue und der amüsanten Präsentation eines total durchgeknallten Künstlervölkchens wie auch für die mit einem gehörigen Schuss schwarzen Humors versehenen, grotesk sich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Zunächst spricht ein Mann mit seinem Bier. Dann kommt Wladimir Putin ins Bild mit einer Rede an die russische Nation, in der er die Aussetzung der Abrüstungsverträge ankündigt. Hierauf sieht man Condoleezza Rice mit süffisantem Lächeln Putin einen Hysteriker heißen, der wegen ein paar Raketen durchdrehe. Werbung, News, der ganz alltägliche Wahnsinn im Fernsehen an...
Ein Blick genügt, das Drama zu schauen. Wo gewöhnlich Fauteuils sich befanden, teure Teppiche, kristallene Leuchter, schmucke Vasen und imposante Spiegel, da steht jetzt, im Deutschen Theater Berlin, vor geschlossenem rotem Vorhang, nicht mehr als ein braunlederner Dreiteiler auf einer Spielfläche von höchstens neun Quadratmetern. Nichts ist übrig geblieben vom...
Riesenvogel, Raubfisch, Raumschiff. Santiago Calatravas futuristischer Opernbau in Valencia weckt viele Assoziationen. Die schwebende, spektakulär aufgebrochene Kubatur, die kühn geschwungenen, scheinbar alle Gesetze der Statik außer Kraft setzenden Formen des «Palau de Les Arts Reina Sofia» dokumentieren nicht nur die Möglichkeiten einer Architektur, die sich...
