Janácek: Die Ausflüge des Herrn Brouce
Gegenüber «Jenufa», «Katja», «Füchslein», auch «Totenhaus» und «Makropulos» gilt der «Broucek» immer noch als Außenseiter. Im deutschen wie im tschechischen Sprachraum. Ein in sich divergentes Stück, mit dessen zwei ganz unterschiedlichen Teilen, der Mondfahrt und der Reise ins 15. Jahrhundert, Regisseure sich schwer tun.
Christian von Götz fand jetzt einen gemeinsamen Nenner in der Verdoppelung der Titelfigur: Während Broucek I seine abstrusen Abenteuer erlebt, sitzt Broucek II biertrinkend und dösend am linken Bühnenrand und erinnert den Zuschauer ständig daran, dass die vor ihm ablaufenden Geschehnisse als Traumgebilde zu begreifen sind. Wobei die vom Schauspieler des Broucek II, offenbar einer Lübecker Lokalgröße, gesprochenen Zwischentexte sich in ihrer gemäßigt witzigen Pointierung eher lähmend auf das Ganze auswirkten.
Ansonsten aber liefern Götz und seine Ausstatterin Karin Fritz eine gekonnt turbulente Umsetzung. Das gilt sowohl für die Mondfantasien mit einer kabarettistischen Emanzen-Revue und der amüsanten Präsentation eines total durchgeknallten Künstlervölkchens wie auch für die mit einem gehörigen Schuss schwarzen Humors versehenen, grotesk sich ...
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