Ins Glück getragen
Schon mit den ersten Takten hebt sich ein Glitzervorhang und gibt den Blick frei auf Anna. Sie blättert in einem Lifestyle-Magazin, zieht sich die Lippen nach und rasiert die Waden.
Oder sollten wir es doch mit Manon zu tun haben, die, wie wir gelesen haben, bei einem
gewissen Abbé als Romanheldin auftaucht und später, ebenfalls lange her, von einem Franzosen zum Rätselgeschöpf einer Oper gemacht wurde? Die Lippen, die Waden, die Pose – das ist doch Anna, die schöne Anna, die wir als weltoffene Menschen schon kennen aus der Schmuckwerbung und von den Badewannenpostern in der U-Bahn. Die Anna, die die Callas von heute sein soll, wie unsere Tante in einem Fachblatt las. Die reizende, junge Anna, die von der grausamen PR-Maschinerie so schrecklich gehypt werden soll, wie unsere Freunde sagen, die wieder Freunde haben, die fast jedes Jahr in Salzburg sind. In der Pause schauen wir in das mit schönen Goldbuchstaben geschmückte Programmbüchlein. Da schreibt der Regisseur, er habe seine Aufführung nur für Anna kreieren wollen. Seinen Namen haben wir noch nie gehört, aber er muss eine Größe sein, hat für Madonna und Michael Jackson und am Broadway arbeiten dürfen und kommt vom Film. Wie ...
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Schwein oder nicht Schwein? Vor den Toren des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin ist die hamletisch angewehte Frage rasch geklärt. Ein Schweinehund sei dieser Don Giovanni, den man sogleich erleben werde, befinden zwei Damen nach Durchsicht des (im Übrigen lesenswerten) Programmbuchs. Betritt wenig später Mikael Babajanyan in azurblauem Samtgewand...
Shakespeares Komödien, Historien und Tragödien sind ein unerschöpflicher Fundus, aus dem sich die Opernkomponisten seit jeher bedient haben. Bielefeld hat jetzt Zdenek Fibichs «Sturm» als deutsche Erstaufführung herausgebracht. Im nahe gelegenen Osnabrück wurde André Werners «Lavinia A.» nach «Titus Andronicus» uraufgeführt. Gegensätzlichere Stücke als die...
Kein Zweifel: Der auf den Wassern der Erde umherirrende Fliegende Holländer muss unweit der südamerikanischen Küstenstadt Belem auch in das größte Stromgebiet der Welt eingelaufen sein und, immer westwärts, den Urwald erreicht haben, um sich dort, mitten im brasilianischen Dschungel, in Manaus, der Stadt am Zusammenfluss von Rio Negro und Rio Solimões, mit den...
