Foto: Thomas Jahn
Donald Gepopo
Frau Hershkowitz, Sie gehörten fünf Jahre dem Ensemble des Theaters Bremen an, bevor es Sie 2012 in die Freiheit zog. Extrovertierte Figuren scheinen Ihnen besonders zu liegen: Strauss’ Zerbinetta, Offenbachs «Hoffmann»-Frauen oder auch Bergs Lulu – ein Traum, der sich noch nicht erfüllt hat. Demnächst werden Sie wieder Ligetis wahnwitzige Gepopo aus «Le Grand Macabre» verkörpern. Erkennen Sie da ein Stück von sich selbst wieder?
Wenn ich auf die Bühne gehe, schlüpfe ich in eine Rolle, die mich im Moment des Spiels ganz absorbiert.
Die expressiven, verrückten, schrillen Typen gefallen mir tatsächlich. Es macht mir großen Spaß, Gefühle und Stimmungen ohne Tabus auszudrücken. Als Olympia oder als Zerbinetta kann ich mir Freiheiten nehmen, die mir im wahren Leben nicht in den Sinn kämen. Ich sehe mich eher als introvertierte Person. Aber es gibt diese andere Seite, und die kann ich auf der Bühne ausleben (lacht).
Dazu haben Sie bald Gelegenheit: Im Frühjahr 2018 steht wieder der von vier verschiedenen Teams inszenierte Wuppertaler «Hoffmann» an, in dem Sie alle vier Frauenrollen verkörpern. Ist Ihnen eine besonders nahe?
Ja, ganz klar Antonia, die einzige in sich gekehrte Gestalt in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Magazin, Seite 117
von Albrecht Thiemann
1
Die wunderbare alte Schauspielerin Maria Nicklisch geriet schier aus dem Häuschen: Heute Abend gehe sie ins Werkraumtheater, dort gebe es «Dickicht der Städte», inszeniert von dem hochbegabten Peter Stein, dem ehemaligen Assistenten von Hans Schweikart und Fritz Kortner. Der sei der Beste. Ja, «Dickicht» war überhaupt umwerfend grandios. Frech, polemisch und...
In der Gerüchteküche wirken kaum Chefs de cuisine – umso mehr Hobbyköche. Und die köcheln an der Donau wieder mal mit großem Eifer. Denn die Universität Wien beschäftigt sich zur Zeit mit Vorwürfen gegen den designierten Direktor der Wiener Staatsoper (ab 2020) Bogdan Roščić, dieser habe in seiner Dissertation ohne Quellenangabe abgekupfert. Im Herbst soll...
Aller Anfang ist schwer. Erst recht, wenn die Erwartungen sich überschlagen, vorfristig verteilte Lorbeeren eine Last zu werden drohen. Wenn zwischen ersehntem Anspruch und angestrebtem Aufbruch, zwischen Wunsch und Wirklichkeit eine Lücke bleibt. Nicht, dass der Neue, ein alter Bekannter eigentlich in der Hofstallgasse, vor seiner ersten Saison als Intendant der...
