«La clemenza di Tito». Foto: Salzburger Festspiele/Ruth Walz
Heikle Mission
Aller Anfang ist schwer. Erst recht, wenn die Erwartungen sich überschlagen, vorfristig verteilte Lorbeeren eine Last zu werden drohen. Wenn zwischen ersehntem Anspruch und angestrebtem Aufbruch, zwischen Wunsch und Wirklichkeit eine Lücke bleibt. Nicht, dass der Neue, ein alter Bekannter eigentlich in der Hofstallgasse, vor seiner ersten Saison als Intendant der Salzburger Festspiele das Blaue vom Himmel herunter versprochen hätte.
Doch Markus Hinterhäuser, dem nachdenklich sanftstimmigen, gedankenblitzend traumseligen Anwalt der Moderne, diesem am Piano geschulten Endfünfziger, dessen legere Erscheinung eher an einen Bohemien als einen Manager denken lässt, eilte der Ruf des Erneuerers, ja des Befreiers voraus, der nach beliebig-betriebsamen Sommern unter Alexander Pereira und Sven-Eric Bechtolf endlich wieder Zug in das Fest am Mönchsberg bringen werde – geistig, ästhetisch, programmatisch. Und dabei an die antike, in Max Reinhardts Gründungsaufruf beschworene Idee eines Ortes der reflektierenden Anschauung, einer dem «Alltagsgetriebe» enthobenen Konzentration auf große Musik und großes Theater anknüpfen würde. An die Utopie einer durch wildes Denken und formbewusste Fantasie ...
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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Albrecht Thiemann
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58. Jahrgang, Nr 9/10
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