IN ZÄRTLICHSTEN FARBEN
Richard Strauss war nicht nur als einer der Gründungsväter der GEMA Zeitgenosse der Zukunft, er führte auch das Lied aus der Intimität des Salons aufs Podium der Konzertsäle und damit ins Geschäftsleben. Natürlich tat er damit auch Pauline de Ahna, seiner Frau, einen Gefallen; er wollte, ja, musste sie promoten, um sich seine Seelenruhe zu erhalten. Zahlreiche seiner Liedschöpfungen haben andere Widmungsträger, doch wird das geliebte «Pauxerl» überall wie hinter Milchglas sichtbar.
Auch aus dieser Perspektive sind Strauss-Lieder durch ihre glänzende kompositorische Machart auf Wirkung hin geschneidert und bieten solchermaßen ein gutes Sprungbrett für vielversprechende Karrieren im Bereich des (weiblichen) Kunstliedgesangs. Eine solche dürfte Sheva Tehoval, der in Brüssel geborenen Tochter eines französischen Jazzmusikers, bevorstehen. Mit ihrem silbrig-kristallenen Timbre findet sie für jedes der von ihr interpretierten zwölf Strauss-Piecen den passenden Ton, die passende Farbe; mal zärtlich wie in «Die Nacht», mal triumphierend wie in «Glückes genug», mal melancholisch wie etwa in «Ach, Lieb’, ich muss nun scheiden». Vorzüglich gelingt ihr das Ausspinnen des Tons con un filo di ...
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Opernwelt Mai 2022
Rubrik: Hören, sehen, lesen, Seite 34
von Gerhard Persché
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Frau Viise, wir haben Sie erstmals 2019 bei «BAM!», dem Berliner Festival für aktuelles Musiktheater in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz erlebt. Dort brachten Sie auf einer kleinen Bühne gerade stöhnend eine Plastikpuppe auf die Welt. Was war das für ein Projekt?
Das war ein Teil der 14-stündigen Version von «DOLLS», die am Kopenhagener Teater FÅR302 als ein...
Der Text war brisant. Und kursierte deswegen anfangs in der Deutschen Demokratischen Republik nur «unter der Hand». Letztlich aber konnte (und wollte) auch sein Autor nicht verhindern, dass er in die breite Öffentlichkeit drang und dort, was Wunder, heiß diskutiert wurde. Nichts Geringeres nämlich hatte der umstrittene Dramatiker Peter Hacks versucht, als – in...
