In der Summe diffus
Vor zwei Jahren inszenierte Thorleifur Örn Arnarsson in Bayreuth den «Tristan» in statischen Tableaus und düsteren Rätselbildern. Nun macht er sich in Zürich an den «Tannhäuser» und nimmt auch dieses Werk nicht auf die leichte Schulter. Auch wenn er Tobias Kratzers spritzige Bayreuther Inszenierung einmal zitiert, in der viel gelacht werden konnte, sieht er – wie er im Programmheft sagt – «existentielle Heimatlosigkeit» am Werk und begreift die Handlung als einen sich ständig wiederholenden Traum, weshalb er sie konsequent in Tannhäusers Kopf verlegt.
In der Ouvertüre wabert Pyronebel über die Bühne, weiß gekleidete Männergestalten irren orientierungslos umher, stolpern und straucheln, sie heben die Hände, berühren einander und fallen zu Boden. Rasch wird deutlich, dass es sich um Alter Egos von Tannhäuser handelt, die sich gegenseitig zu Fall bringen und wieder aufhelfen. Für die Venus-Szene fährt der lange Tisch herein, zahllose leer getrunkene Gläser sind offenbar von einer rauschenden Party übrig geblieben.
Im folgenden Dialog sitzen Tannhäuser und Venus dann so weit voneinander entfernt an diesem Tisch, wie weiland Olaf Scholz und Putin im Kreml. Dann entern Landgraf Hermann ...
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Opernwelt August 2026
Rubrik: Panorama, Seite 63
von Regine Müller
Es ist Juni in Wien, und der Himmel über Kakaniens Kapitale straft die Wirklichkeit Lügen. Kornblumenblau ist er, dabei müssten doch die Götter im Olymp weinen. Die Premiere mit den Einaktern «Lady Magnesia» von Mieczysław Weinberg und «Zweimal Alexander» von Bohuslav Martinů ist die vorerst letzte Produktion der Kammeroper Wien. So haben es die politisch...
Die Herren waren sich einig, über Parteigrenzen hinweg. In einer gemeinsamen Erklärung teilten Torsten Burmester, Kölns SPD-Oberbürgermeister, und Stephan Keller (CDU), sein Amtskollege aus dem benachbarten Düsseldorf, Mitte Juni der darob erstaunten Öffentlichkeit mit, sie würden in der Drogenpolitik kühne neue Wege beschreiten: In den «Rauschgiftkonsumräumen»...
Ein Drama ist’s, ein gar schauerliches dazu. Und gleich in der ersten Strophe von Heines Ballade «Ritter Olaf» werden die katastrophischen Dimensionen dessen, was danach geschieht, schon in Umrissen deutlich: «Vor dem Dome stehn zwei Männer, / Tragen beide rote Röcke, / Und der Eine ist der König / Und der Henker ist der andere.» Und die dritte, möchte man...
