Immer noch Neues vom Maestro Orgasmo
Hector Berlioz ging mit seinem erfolgreichen Kollegen Gaetano Donizetti einmal hart ins Gericht, indem er ihm vorwarf, aus der Musik «eine Art Kartenspiel (zu machen), aus dem er hier ein Herz-Ass verteilt, dort ein Treff-Ass oder einen Carreau-Buben». Der Vorwurf zielte auf die Neigung des Italieners zum musikalischen Recycling, die freilich in einer Epoche raschester Opernproduktion nichts Ungewöhnliches war.
Fast achtzig Opern in fünfundzwanzig Jahren zu schreiben, ist schon eine Leistung, und dass der Hörer von heute auch durch Donizettis Wiederholungen und Selbstzitate nie gelangweilt wird, nimmt er als eine wesentliche und erfreuliche Erfahrung aus der Begegnung mit einigen bis dato unbekannten Stücken mit, die in den letzten Monaten erstmals auf CD veröffentlicht wurden.
Über ein Jahrhundert in Vergessenheit geraten und auch im Zuge der Donizetti-Renaissance nur am Rande beachtet, erfährt die zwei Jahre nach der «Lucia di Lammermoor» entstandene, bei der Premiere in Venedig (1837) eher reserviert aufgenommene «Pia de Tolomei» plötzlich eine Ehrenrettung im großen Stil. Nicht weniger als drei Aufnahmen kamen jüngst auf den Markt. Bongiovanni legt eine dreißig Jahre alte ...
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Herr Fischer, wir sitzen hier an einem ganz besonderen Ort: auf Schloss Esterházy in Eisenstadt. Hier war Joseph Haydn jahrzehntelang Hofkapellmeister.
Fischer: Das ist ein bisschen wie in Bayreuth, denn der Konzertsaal im Schloss ist der einzige noch bestehende Saal, wo Haydn selbst seine Werke aufgeführt hat. Er hat ihn sogar umbauen lassen, damit er seinem...
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Zum Auftakt der Spielzeit gab Mannheims neue Intendantin Regula Gerber ihre Visitenkarte ab. Man eröffnete mit einer Neuinszenierung von Verdis «La forza del destino» (siehe Seite 6 dieser Ausgabe). Zwei Tage später die andere Seite der Karte: ein Abend mit Werken Luciano Berios.
Man sitzt im Schauspielhaus. Schwarze ansteigende Bühnenrampe. Über Bühne und...
