Im Tollhaus

Cavalli: Eliogabalo im Opernhaus Zürich

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Er will sie, er will ihn – und er will alles: So ist Eliogabalo, der ohne Zweifel verrückteste Kaiser im alten Rom. Als 14-Jähriger kam Varius Avitus Bassianus 218 n. Chr. auf den Thron, trieb sein Wesen und tat dies äußerst heftig, wenn auch nur kurz: Vier Jahre nach der Thronbesteigung hauchte er, von der Hand eines Mörders getroffen, sein Leben aus – später legte man ihm den Namen des von ihm verehrten Sonnengotts Elagabal bei. Richtiger Stoff für eine Oper also, weshalb Francesco Cavalli, eine Generation jünger als Claudio Monteverdi, zur Feder griff.

Zum Karneval 1667/68 sollte das Stück in Venedig aus der Taufe gehoben werden. Dazu kam es aber nicht. Die Partitur verschwand stattdessen in der Schublade des Komponisten, gelangte von dort in den Besitz einer Adelsfamilie und schließlich in eine venezianische Bibliothek. 1999 wurde sie wiederentdeckt und in der lombardischen Kleinstadt Crema zur späten Uraufführung gebracht. 

Ein richtiger Stoff auch für Calixto Bieito:  Willkürliche Machtausübung, Gewaltanwendung, triebhaftes Begehren, dazu ein Durcheinander der Geschlechter – das reizt den katalanischen Regisseur, der Cavallis «Eliogabalo» im Opernhaus Zürich auf die Bühne ...

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Opernwelt Februar 2023
Rubrik: Panorama, Seite 27
von Peter Hagmann

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