Im Märchenwald

Strauss: Arabella an den Bühnen Bern

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Richard Strauss’ zehnte Oper gilt weithin als «Rosenkavalier zweiter Klasse». Das ist als Urteil über die Dramaturgie nachvollziehbar, denn der 1929 verstorbene Textdichter Hugo von Hofmannsthal hatte sein Libretto nicht mehr überarbeiten können. Die Uraufführung folgte erst 1933 in Dresden, fünf Monate nach der Machtübernahme Hitlers und seiner Terror-Bande. Aber welche musikalische Raffinesse! Die Klangfarben der funkelnden Partitur sind noch feiner abgemischt als zwei Jahrzehnte zuvor im «Rosenkavalier».

So überrascht es nicht, dass dieser nostalgische Rückblick auf die verlotterte Wiener Gesellschaft der 1860er-Jahre auch im 21. Jahrhundert regelmäßig inszeniert wird.

Vertreter des «Regietheaters» fordern dabei selbstredend einen kritischen Ansatz, zum Beispiel – wie in mancher neueren Produktion – eine Versetzung in die Zeit der Uraufführung oder gleich in die Gegenwart. Denn was kann uns diese Schmonzette mit ihrem schon damals altbackenen Frauenbild heute noch sagen? Marco Štorman musste nach eigener Aussage «gar nicht viel machen, sie ins Heute zu holen». Insofern überrascht es, dass er seine «Arabella» an den Bühnen Bern in einer Märchenzeit spielen lässt: nicht im ...

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Opernwelt Dezember 2024
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Anselm Gerhard

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