Apocalypse now

Wagner: Siegfried in Washington

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Ein neuer «Ring» läuft selten sofort rund, zumal wenn ein Haus sich zum ersten Mal an Wagners Opus maximum wagt. Washingtons National Opera etwa musste «Siegfried» in der vergangenen Spielzeit verschieben, Alan Held und Gidon Saks traten stattdessen im «Holländer» auf. Und die «Götterdämmerung» wird im kommenden Jahr nur konzertant zu erleben sein: Francesca Zambello, die den Zyklus 2006 mit «Rheingold» begonnen hatte, inszeniert das Finale zunächst im koproduzierenden San Francisco, bevor der komplette Vierer dann nach Washington geht.


Dass sich «Siegfried» nun als der überzeugendste Teil dieses sogenannten «amerikanischen Rings» erwiesen hat, ist vor allem dem jungen, begabten Schweizer Dirigenten Michael Güttler zu verdanken, der im letzten Augenblick für den erkrankten Heinz Fricke eingesprungen war. Auch wenn die Blechbläser der National Opera noch nicht ganz auf Met-Höhe spielen, unter Güttler wuchs das Orchester deutlich über den eher soliden Klang des kompetenten Wagner-Dirigenten Fricke hinaus. Zudem wirkt Zambellos Regie konzentrierter, die aus den Fugen geratene Welt erscheint hier in den Bildern einer kapitalistischen, von Öl abhängigen und Profitgier getriebenen ...

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Opernwelt Juli 2009
Rubrik: Panorama, Seite 50
von David Shengold

Vergriffen
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