Apocalypse now
Ein neuer «Ring» läuft selten sofort rund, zumal wenn ein Haus sich zum ersten Mal an Wagners Opus maximum wagt. Washingtons National Opera etwa musste «Siegfried» in der vergangenen Spielzeit verschieben, Alan Held und Gidon Saks traten stattdessen im «Holländer» auf. Und die «Götterdämmerung» wird im kommenden Jahr nur konzertant zu erleben sein: Francesca Zambello, die den Zyklus 2006 mit «Rheingold» begonnen hatte, inszeniert das Finale zunächst im koproduzierenden San Francisco, bevor der komplette Vierer dann nach Washington geht.
Dass sich «Siegfried» nun als der überzeugendste Teil dieses sogenannten «amerikanischen Rings» erwiesen hat, ist vor allem dem jungen, begabten Schweizer Dirigenten Michael Güttler zu verdanken, der im letzten Augenblick für den erkrankten Heinz Fricke eingesprungen war. Auch wenn die Blechbläser der National Opera noch nicht ganz auf Met-Höhe spielen, unter Güttler wuchs das Orchester deutlich über den eher soliden Klang des kompetenten Wagner-Dirigenten Fricke hinaus. Zudem wirkt Zambellos Regie konzentrierter, die aus den Fugen geratene Welt erscheint hier in den Bildern einer kapitalistischen, von Öl abhängigen und Profitgier getriebenen ...
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Der Himmel von Wolken grau verhangen. Der steife Wind jagt die Regenböen über die Förde: ein – fast möchte man sagen typisches – Mai-Wochenende in Kiel. Man kann den Seeleuten nachempfinden, dass es sie bei solchem Wetter in die Ferne zog, und man ist dem Opernhaus dankbar, dass es einlädt zu einem Ausflug ins sonnige Arabien. Mit einer Trouvaille obendrein.
Der...
Ob Ungarns derzeitiger Kultusminister István Hiller 2005 in Pécs war, als man dort das Trauerspiel «Uriel Acosta» des Berliners Karl Gutzkow (1811-1878) in neuer Übersetzung gab, wissen wir nicht. Doch das bekannteste Zitat daraus dürfte er kennen: «Alles schon da gewesen». Notorisch geläufig mag ihm der Spruch vielleicht auch im Zusammenhang mit der Budapester...
