Tragische Fallhöhe

Leoncavallo: La Bohéme in Luzern

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Musetta kennt man als kokette, notorisch zickende Diva, die in Koloraturen zwitschert und auch sonst wenig Bodenhaftung hat. Bei Puccinis «La Bohème» ist sie eher eine Randfigur, die ab und zu mit ihrem Temperament die melancholische Melodienseligkeit der Oper aufwirbelt. Ruggero Leoncavallo hatte sich schon vorher für die Geschichten aus Henri Murgers 1848 in einem Journal erschienenen «Scènes de la Vie de bohème» interessiert, wurde aber schließlich bei der Vertonung des Stoffs vom Konkurrenten rechts überholt.

Erst fünfzehn Monate nach der Uraufführung von Puccinis Oper hatte Leoncavallos «La Bohème» Premiere – und erschien seitdem eher selten auf den Spielplänen. Verdient hätte es die vieraktige «Commedia lirica» allemal, wie die überzeugende Produktion am Luzerner Theater zeigt – und das nicht nur wegen der dramatisch aufgewerteten Partie der Musetta.
Tanja Ariane Baumgartner, die gerade als Gräfin Geschwitz in der Basler «Lulu» zu hören war, stattet die Partie mit dunklen, von Schmerzen erzählenden Mezzotönen aus. Sie steht im Zentrum dieser Oper, wenn sie im silbernen Glitzeranzug auf dem Billardtisch des Café Momus tanzt oder sich im dritten Akt mit klarer Stimme von ihrem ...

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Opernwelt Juli 2009
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Georg Rudiger

Vergriffen
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