«Ich wollte nie ein meckernder Kapellmeister sein»
Sir Donald, Sie verabschieden sich mit zwei Aufführungen des «Rings» von der Deutschen Oper Berlin. Ist das Zufall oder Absicht? Sowohl als auch. Der «Ring» war immer für diesen Zeitpunkt geplant. Eigentlich hatte ich ja einen Vertrag bis 2027, aus verschiedenen Gründen habe ich darum gebeten, ein Jahr früher gehen zu dürfen. Es ging mir darum, mehr Zeit für meine Familie zu haben, ich wollte aber auch dem neuen Intendanten Aviel Cahn einen klaren Neuanfang ermöglichen. Und auf einmal stand der «Ring» am Ende meiner Berliner Zeit.
Aber ich komme ja nächste Saison noch einmal zurück, um Benjamin Brittens «War Requiem» in szenischer Umsetzung zu dirigieren.
Sie dirigieren die beiden «Ringe» unmittelbar nacheinander: Sie hören mit der «Götterdämmerung» auf und beginnen tags darauf von Neuem mit «Rheingold». Müssen Sie nicht mal durchatmen?
Eigentlich schon. Es ist ja immer ein Marathon.
Wie erholen Sie sich?
(denkt lange nach) Mit Schlaf und Sport. Aber eigentlich brauche ich beim «Ring» keine wirkliche Erholung. Ich liebe dieses Werk, es gibt mir Energie. Das ist wie eine Batterie, die sich selbst wieder auflädt. Natürlich: Körperlich ist es eine Anstrengung. Mit dem Alter lernt man ...
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Opernwelt Juni 2026
Rubrik: Interview, Seite 45
von Clemens Haustein
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