«Ich will Geschichten zeigen»

Sie begann als Sängerin und wurde Regisseurin – zum Glück: Barbora Horáková zählt zu den vielseitigsten Künstlerinnen ihrer Zunft. Im Interview spricht sie über ihre Prager Kindheit, ihre Art zu arbeiten und über Wagner

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Frau Horáková, Sie sind nicht nur Regisseurin, sondern auch ausgebildete Sängerin. Singen Sie manchmal noch? Sehr selten. Wenn die Laune gut ist und ich Fahrrad fahre, dann kann es vorkommen, dass ich noch einmal ein bisschen «Carmen» singe. Sonst aber kaum mehr, nicht einmal mehr unter der Dusche. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich probe, dass ich nicht selbst singen muss (lacht).

Welche Stimmlage haben Sie?
Sopran. Ich habe sehr früh mit dem Singen angefangen, mit drei Jahren im Kinderchor des Prager Nationaltheaters.

Ich war ein etwas hyperaktives Kind, da mussten meine Eltern für Beschäftigung sorgen. Mit vier stand ich erstmals auf der Bühne in «Turandot» – ein krasses Erlebnis. Wir hatten zuvor ja nur getrennte Proben für den Part des Kinderchores, und ich wusste gar nicht, was mich da erwartet schon allein an Klangkulisse. Als das Orchester loslegte, sprang ich vor Aufregung auf, ich war hin und weg. Ich erinnere mich auch, wie mir alles so riesig vorkam, auch hinter der Bühne, wo wir Kinder immer in Gefahr waren, verloren zu gehen.

Sie haben dann zunächst in Prag Gesang studiert, später in Basel – wie kam das?
Ich hatte für einen Gesangsprofessor vorgesungen, der gerade in ...

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Opernwelt Februar 2026
Rubrik: Interview, Seite 40
von Clemens Haustein

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