«Ich war nie vorsichtig»
Herr Tcherniakov, kürzlich haben Komponisten, Sänger, Regisseure, Bühnenbildner, Operndirektoren und Dramaturgen in Heidelberg einen ganzen Tag lang über «politisches Musiktheater heute» diskutiert. Können Sie mit diesem Begriff etwas anfangen? Hat er eine Bedeutung für Ihre Arbeit?
(überlegt lange) Es gab vielleicht mal Zeiten, in denen dieser Begriff wichtig war. Zum Beispiel für Ruth Berghaus oder für Peter Konwitschny, den ich sehr verehre. Vor zehn, fünfzehn Jahren habe ich versucht, alles von ihm zu sehen.
Ich habe auch von dem Symposium in Heidelberg gehört. Ich weiß, dass Konwitschny dort zwei neue Stücke inszeniert hat. Mir ist völlig klar, wovon hier die Rede ist. Aber was ich in meinem Leben gemacht habe, ist etwas anderes. Ich glaube nicht daran, dass künstlerische Äußerungen das Bewusstsein der Menschen wirklich verändern können. Jedenfalls habe ich das höchst selten erlebt. Bücher können vielleicht etwas verändern, aber die Aufführung einer Oper? Nein. Für mich war Oper immer ein sehr persönliches Erlebnis. Ich entdecke da viele Dinge, die mich selbst beschäftigen: Verluste, Komplexe, Ängste, bestimmte Erlebnisse.
Ihre Inszenierungen werden, zumal in Deutschland, oft ...
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Opernwelt April 2015
Rubrik: Interview, Seite 34
von Albrecht Thiemann
Politisches Musiktheater – was heißt das heute? Mit welchen Mitteln müssten, sollten, könnten Komponisten und Interpreten arbeiten, um aufzurütteln, Geist und Sinne zu sensibilisieren für das wunde Wunder unserer Welt? Gewiss, Oper war schon immer politisch: Macht und Revolte, die Dialektik von Herr und Knecht, die Utopie eines erfüllten, von aller Not befreiten...
ARD-ALPHA
6.4. – 11.00 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Schubert: Symphonie Nr. 7 h-moll D 759 «Die Unvollendete».
11./25.4. – 22.00 Uhr
KlickKlack.
Musikmagazin.
12./19./26.4. – 11.00 Uhr
Wiener Sextett.
1. Schönberg: Verklärte Nacht, op. 4. 2. Brahms: Sextett für Streicher Nr. 1, B-Dur, op. 18.3. Brahms: Sextett für Streicher Nr. 2., G-Dur, op. 36.
arte
1.4. – 5.15 Uhr
7.4. –...
Ein falscher Fuffziger, dieser Siegfried. Zwar erklärt er, «ihrem Manne gehorchte Brünnhild eine volle bräutliche Nacht», doch als Gutrune eifersüchtig zu bedenken gibt, dass er ja selbst in Gestalt dieses Mannes Gunther um die Walküre geworben hatte, antwortet er kryptisch: «So nah – war Brünnhild ihm fern». Banal gesagt: «Okay, Honey, ich hab mit ihr geschlafen –...
