«Ich bin ein dramatisch denkender Musiker»
«Orest» in Berlin, das Benefizkonzert des Bundespräsidenten in Baden-Baden, «Don Giovanni» in Feldkirch, «Il re pastore» bei den Salzburger Festspielen und, und, und: Ist 2006 auch ein «Hengelbrock-Jahr»?
(lacht) Jedes meiner Lebensjahre war bisher ein Hengelbrock-Jahr. Vielleicht ist es einfach durch die Prominenz der Spielstätten ein bisschen mehr ins Bewusstsein gerückt – in Paris geht es ja weiter mit Luc Bondy und «Idomeneo». Aber ich glaube nicht, dass sich prinzipiell etwas an meiner Arbeit verändert hat.
Dass Mozart dabei immer mehr zum Schwerpunkt wurde, ist sicher kein Zufall.
Das ist beabsichtigt. Auch mein Festival, bei dem ich immer die Themenvorgabe mache, heißt in diesem Jahr etwas provozierend «Amadeus!». Für mich selbst ist dieses Mozart-Jahr eine ungeheure Bereicherung: Ich habe mich schon immer mit Mozart beschäftigt, aber nie in dieser Intensität und Konzentration.
Sehen Sie neben der Bereicherung auch Risiken, die sich mit einem Jubiläumsjahr verbinden? Stichwort: Vermarktung...
Mozart wird dagegen total resistent sein. Die Rezeptionshaltung hat sich ja gewandelt. War es in den siebziger und achtziger Jahren eher noch der «Mozartkugel»-Mozart, hat es seit einigen ...
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Als Offenbachs «Rheinnixen» 2002 in Montpellier konzertant «wiederentdeckt» wurden, glich das einer Sensation, die vom Publikum heftig gefeiert wurde. Nicht minder Aufsehen erregend war die erste szenische Wiederbelebung 2005 in Ljubljana – einhunderteinundvierzig Jahre nach der Uraufführung.
Jacques Offenbachs Oper «Les Fées du Rhin», deren deutscher Titel etwas...
Wie viele Opernhäuser braucht eine Stadt? Die Frage lässt sich nicht aufs Geld reduzieren. Sie hat genauso mit Ästhetik, Publikumsstrukturen und gewachsener Geschichte zu tun. Im Grunde ist sie eine nach der Aktualität der Gattung selbst. Und sie stellt sich als solche nicht nur in Berlin, wo die frisch gegründete Opernstiftung bereits ziemlich alt aussieht und die...
Die Mauern des Hinterhofes sind so hoch, dass man den Himmel nicht sieht. Manche der Fenster sind vergittert. Sie umrahmen die Tristesse von Arbeiterinnen an der Nähmaschine. Über ihnen könnte eine Aufseherpeitsche aus der Zarenzeit zischen. Oder die stalinistische Gewalt (der Entstehungszeit der «Lady») hängen. Oder auch die neue postsowjetische Trostlosigkeit....
