I am Love, I am free

Claire Booth und Jâms Coleman «erzählen» absurde «Life Stories»

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Im Hotel Babylon ist die Hölle los. Sämtliche Todsünden geben sich hier die Klinke in die Hand, und es ist kein Wunder, dass daraus ein nachgerade faustisches Drama erwächst. Zumindest im gleichnamigen Lied-Zyklus der britischen Avantgarde-Komponistin Zoë Martlew, den diese, mit Blick auf Schönbergs «Brettl-Lieder» und im Gedenken an dessen 150. Geburtstag, für die Sopranistin Claire Booth zu Papier brachte.

Martlew selbst hat für «Hotel Babylon» die Texte geschrieben, und sie macht darin keinen Hehl aus ihrer Vorliebe für das Abseitig-Absurde.

Sieben fiktive Gestalten geben den Miniaturen jeweils ihren Titel und sich selbst die Ehre. Gleich die erste, «Madame» mit Namen, lässt wenig Zweifel daran aufkommen, dass dieses Paradies der Sünden ein Ort ist, an dem sich vor allem Fans von David-Lynch-Filmen wohlfühlen würden.

«Creamy, dreamy, positively seamy, silky smooth or rough», so geht es im Hotel Babylon zu, und alles, was die Phantasie erlaubt, ist auch erlaubt. Martlews Musik, von Claire Booth und ihrem Begleiter, dem Pianisten Jâms Coleman, mit idiomatischer Präzision dargeboten, entbehrt zumal im Auftaktstück jeder melodiösen Anmut. «Schüsse» fallen, Möbel kippen um, und die ...

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Opernwelt Juni 2026
Rubrik: Medien, Seite 40
von Virginie Germstein

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