Holleri di dudl jö
An diesem Abend, bei Wagners «Lohengrin» an der Wiener Staatsoper, denken wir oft an Loriots «Jodeldiplom». Denn irgendwie scheint der Erzherzog-Johann-Jodler allgegenwärtig. Zumindest optisch. Wir sehen Menschen in Lodentrachten und Krachledernen. Und wir begegnen dem Bassisten Günther Groissböck, der dem legendären steirischen Landesvater zwar nicht aufs Auge gleicht, aber ideell durchaus als dessen Wiedergänger durchgehen könne.
Freilich, trüge der Scheitelträger statt seines Vollbarts ein Fliegenbärtchen an der Oberlippe, könnte Groissböcks König Heinrich auch für einen ganz anderen stehen. Wie denn der Saal, den Ausstatter Wolfgang Gussmann dem Regisseur Andreas Homoki auf die Bühne stellte, irgendwie an das berüchtigte Münchner Bürgerbräu denken lässt, in dem Bertolt Brechts «Schoß, aus dem das kroch» fruchtbar wurde.
Denn Homoki siedelt die Handlung dieser Oper in einem jener muffigen älplerischen Wirtshäuser an, an deren Stammtischen das Gedankengut des GröFaZ entstand und wohl auch heute noch virulent ist. Zwar verweigert der Regisseur sich im Programmheft dezidiert der Interpretation des «Lohengrin» als Vehikel eines agressiven deutschen Nationalismus. Vielmehr begründet ...
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Gerhard Persché
Er hätte nicht gehen müssen. Zwar wurde Fritz Busch, zweifellos einer der größten Dirigenten des 20. Jahrhunderts, im März 1933 von SA-Horden aus seinem Amt als Musikchef der Dresdner Semperoper vertrieben – ein Eklat, bei dem sich das Solistenensemble (mit nur fünf Ausnahmen) und die Staatskapelle unrühmlich verhielten. Doch Hermann Göring, bei dem Fritz Busch...
Noch ein weiteres Album, dann ist die Schubert-Edition geschafft. Nicht auf enzyklopädische Vollständigkeit zielt Matthias Goerne bei seinem Großprojekt: Es ist eine sehr persönliche Auswahl, die Lieder zu dramaturgisch sinnvollen Großeinheiten verbindet. Auch auf dem Doppel-Album «Wanderers Nachtlied», der vorletzten Folge, wird ohrenfällig, wo Goernes Stärken...
Herr Eiche, erst Mannheim, dann Wien, jetzt München: Sind Sie ein Ensemblemensch?
Die Erfahrungen in Mannheim waren sehr wichtig für mich, weil ich dort von Anfang an auch große Rollen singen durfte. Das hat mich sehr geprägt. Außerdem finde ich die Arbeit im Ensemble irgendwie spannender, ich kann die Aufgaben da mit meinen Kollegen über Jahre hinweg...
