Hörtheater

Olga Neuwirths Lynch-Oper «Lost Highway» bei Kairos

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Das Grauen nistet meist dort, wo wir es am wenigsten vermuten. Zwischen den Grashalmen eines Vorstadtgartens. Oder in einer Yuppie-Wohnung. Plötzlich ist es da, und niemand kann sagen, woher es gekommen ist. Das verwesende, von Ungeziefer befallene Ohr, das Jeffrey in «Blue Velvet» auf dem Rasen findet. Die privaten Videos, die Renée und Fred in «Lost Highway» anonym zugeschickt werden. Von dieser Art sind die Motive, aus denen der amerikanische Filmregisseur David Lynch seine raffiniert kalkulierten Schreckensszenarien entwickelt.

Ihr beklemmender Sog hängt damit zusammen, dass Lynch die Dinge immer in der Schwebe hält. Seine Geschichten gehorchen nicht den Gesetzen von Ursache und Effekt. Ihr Prinzip ist die Assoziation, ihre Energie die Obsession. Weder die Figuren noch die Zuschauer begreifen, was ihnen widerfährt.
Es ist eben diese Instabilität, diese Außerkraftsetzung der Orientierung, diese Verunsicherung der Wahrnehmung, die Olga Neuwirth an Lynchs Filmkunst interessiert. Weil sie das Vertraute aus den Angeln hebt und damit neue Perspektiven, neue Horizonte öffnet. «Musiktheater, wie ich es mir vorstelle: Kein Anfang, keine Mitte, kein Ende; ... Alltägliches neben ...

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Opernwelt Juni 2007
Rubrik: CDs, Seite 56
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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