Hochzeit mit Hindernissen

Brillantes CD-Debüt einer vergessenen Offenbach-Operette: «Maître Péronilla»

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Das Offenbach-Jahr 2019 verlief enttäuschend. Im Nachhinein gewinnt man den Eindruck, dass alle bereits für das BTHVN-Jubiläum tief Luft holten. Auch die Palazzetto-Bru-Zane-Stiftung bekleckerte sich mit der in ihrer CD-Buch-Serie «Opéra français» erschienenen Neuaufnahme von «La Périchole» nicht gerade mit Ruhm (siehe OW 11/2019). Mit der Erstaufnahme der gänzlich unbekannten Opéra bouffe «Maître Péronilla» macht sie die Scharte wett.

Das 1878 uraufgeführte und seither nicht wieder gespielte Stück stammt aus Offenbachs Spätzeit, als er nach dem Ende des Kaiserreichs verzweifelt versuchte, an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Wie bei diesem schier unerschöpflichen Genie nicht anders zu erwarten, bezaubert es mit melodiösem Charme und einem maliziösen Humor, der alle Figuren in ihren Eitelkeiten und Egoismen bloßstellt.

Leider ist das vom Komponisten selbst verfasste Libretto arg konventionell – dass die Handlung damals eine Spitze gegen die aus Spanien stammende Ex-Kaiserin Eugénie besaß, darf man der wie stets in dieser Reihe lesenswerten Einführung gewiss glauben, erbringt aber für den heutigen Hörer nichts. Léona will ihre Nichte Manoëla mit dem ältlichen Don Guardona ...

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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 34
von Uwe Schweikert

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