«Weitermachen ist mehr, als ich tun kann »
O Moon, please stay with me ...
Tatjana Gürbaca
Gestern habe ich die schrecklichen Bilder aus Italien in den Nachrichten gesehen: Tote, die in einem Konvoi von Militärfahrzeugen abtransportiert werden, Krankenhauspersonal, das an der Grenze seiner Belastbarkeit berichtet, dass nun entschieden werden muss, wessen Leben gerettet werden kann.
Als wir im Februar nach London fliegen, ahnt niemand, welche Dimension die Corona-Pandemie noch erreichen wird. Uns beschäftigt Sturmtief Chiara.
Es lässt meine Kostümbildnerin Barbara Drosihn und mich am geplanten Abreisetag nicht starten, unverrichteter Dinge müssen wir die Maschine verlassen, bekommen unser Gepäck ausgehändigt und finden uns verwundert vor den eigenen Wohnungstüren wieder. Die Proben zu «Rusalka» werden verschoben.
Dann aber, fünf Tage später: London! Vibrierend vor Energie, wo die Kulturen sich mischen und die Vergangenheit so nah scheint wie die Zukunft. Wir wohnen in Chinatown («Ausgerechnet!», höre ich von einigen Bekannten und ärgere mich, dass Ängste sofort in Rassismus münden), lassen uns in Straßen unter roten Papierlaternen treiben, essen köstliche gedämpfte Buns und fahren mit der Tube durch die halbe Stadt. Das ...
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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: Focus Spezial, Seite 4
von
Schier endlos ist über die Oper nachgedacht worden, über jenes «unmögliche Kunstwerk», von dem vor mehr als einem Jahrhundert Oscar Bie, der originelle Musikschriftsteller und -kritiker, gesprochen hat, in seinem schlicht mit «Die Oper» betitelten Buch von 1913. Es scheint so, als ob man mit der Arbeit an der Oper und der Reflexion über ihr Wesen und ihre...
Die jüngste Produktion des Theaters für Niedersachsen musste unmittelbar vor der Premiere abgesagt werden. Ein ehrgeiziges Projekt: Die Barockspezialistin Sigrid T’Hooft hatte für Hildesheim Reinhard Keisers «Der hochmütige, gestürzte und wieder erhabene Croesus» inszeniert. Vor wenigen Jahren kursierten noch Schließungsgerüchte um das 600-Plätze-Haus. Dann machte...
Geplant war der Aufbruch, die so PR-trächtige wie riskante Befreiungsaktion mit einem unbeleckten «Ring»-Team. Doch nun ist es ein Annus horribilis. Nicht nur, dass es 2020 keine Bayreuther Festspiele gibt, bis auf Weiteres ist der Hügel führungslos, verwaltet von Hans-Dieter Sense (81), schon zwischen 2013 und 2016 als Geschäftsführer aktiv, und dessen Nachfolger...
