«Weitermachen ist mehr, als ich tun kann »
O Moon, please stay with me ...
Tatjana Gürbaca
Gestern habe ich die schrecklichen Bilder aus Italien in den Nachrichten gesehen: Tote, die in einem Konvoi von Militärfahrzeugen abtransportiert werden, Krankenhauspersonal, das an der Grenze seiner Belastbarkeit berichtet, dass nun entschieden werden muss, wessen Leben gerettet werden kann.
Als wir im Februar nach London fliegen, ahnt niemand, welche Dimension die Corona-Pandemie noch erreichen wird. Uns beschäftigt Sturmtief Chiara.
Es lässt meine Kostümbildnerin Barbara Drosihn und mich am geplanten Abreisetag nicht starten, unverrichteter Dinge müssen wir die Maschine verlassen, bekommen unser Gepäck ausgehändigt und finden uns verwundert vor den eigenen Wohnungstüren wieder. Die Proben zu «Rusalka» werden verschoben.
Dann aber, fünf Tage später: London! Vibrierend vor Energie, wo die Kulturen sich mischen und die Vergangenheit so nah scheint wie die Zukunft. Wir wohnen in Chinatown («Ausgerechnet!», höre ich von einigen Bekannten und ärgere mich, dass Ängste sofort in Rassismus münden), lassen uns in Straßen unter roten Papierlaternen treiben, essen köstliche gedämpfte Buns und fahren mit der Tube durch die halbe Stadt. Das ...
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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: Focus Spezial, Seite 4
von
Frau Wedl-Wilson, welche Herausforderung bedeutet die Corona-Krise für eine Musikhochschule?
Wir waren bis zum Ausbruch dieser Pandemie nicht digital. So ist es zum Beispiel nicht selbstverständlich, dass jeder und jede unserer Studierenden einen Laptop besitzt. Etwas zugespitzt kann man sagen: Unsere wichtigsten Arbeitsgeräte wurden nicht im 21. Jahrhundert in...
Herr Mathmann, Sänger – das ist eigentlich Ihr zweiter Beruf. Wann kündigte sich die musikalische Begabung an?
Zuerst war Musik! Das Singen kam sogar vor dem Sprechen. Meine Mutter erzählt, dass ich schon Melodien sang, bevor ich die ersten Worte sagen konnte. Mit drei Jahren habe ich angefangen, Klavier zu spielen. Aber nach der Schule hatte die Medizin Priorität....
Zu Beginn waren es rund ein Dutzend Willige. Das Münchner Volkstheater reihte sich ein, das Theater Hof, aber auch die Oper in Kopenhagen oder die English National Opera und das Royal Opera House in London. Je länger der Lockdown dauerte, desto eher hatten auch andere Häuser ein Einsehen. Keine Vorstellung wegen Corona, keine Gage für Gastsolisten – der Beton...
