Eiertanz auf Flickenteppich
Zu Beginn waren es rund ein Dutzend Willige. Das Münchner Volkstheater reihte sich ein, das Theater Hof, aber auch die Oper in Kopenhagen oder die English National Opera und das Royal Opera House in London. Je länger der Lockdown dauerte, desto eher hatten auch andere Häuser ein Einsehen. Keine Vorstellung wegen Corona, keine Gage für Gastsolisten – der Beton dieser simplen, existenzgefährdenden Gleichung begann zu bröckeln. Johannes Martin Kränzle listet die wohlmeinenden Häuser auf seinem Facebook-Account alle auf, unterstützt von Kollegen, Bekannten und Followern.
Manche zahlen 30, manche 50, andere 80, einige wenige sogar 100 Prozent Ausfallhonorar. «Mir ging es nicht darum, dass sich die freien Künstler beklagen», sagt Kränzle. «Ich wollte positiv wirken und zeigen, welche Theater in dieser einzigartigen Situation Fortzahlungen vornehmen. Und vielleicht können diese Beispiele eine Art moralischen Druck auf andere Häuser ausüben.»
Das ist nun passiert. Nicht überall. Doch so mancher Finanz- und politischer Entscheidungsträger denkt um. Ende April gelang sogar eine wegweisende Tarifeinigung zwischen dem Deutschen Bühnenverein (auf Arbeitgeberseite) und drei Gewerkschaften, der ...
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Opernwelt Juni 2020
Rubrik: Focus Spezial Help!, Seite 30
von Markus Thiel
Kate Lindsey, Anfang März standen Sie noch als Nero auf der Bühne der Met. Wo sind Sie gerade?
Zu Hause in Brighton, zum Glück. Die «Agrippina» war am 7. März abgespielt, am 12. stellte das Haus den Betrieb ein. Mein Mann und ich wollten eigentlich in den USA bleiben, weil drei Wochen später schon die Proben für «Pelléas et Mélisande» in Los Angeles losgehen...
Das Offenbach-Jahr 2019 verlief enttäuschend. Im Nachhinein gewinnt man den Eindruck, dass alle bereits für das BTHVN-Jubiläum tief Luft holten. Auch die Palazzetto-Bru-Zane-Stiftung bekleckerte sich mit der in ihrer CD-Buch-Serie «Opéra français» erschienenen Neuaufnahme von «La Périchole» nicht gerade mit Ruhm (siehe OW 11/2019). Mit der Erstaufnahme der...
Jubilare
John Treleaven absolvierte sein Gesangsstudium in London und Neapel. Anschließend trat der aus Cornwall stammende Tenor überwiegend in seiner britischen Heimat auf, etwa am Royal Opera House Covent Garden, wo er 1979 debütierte, an der Welsh National Opera, der Scottish National Opera und der English National Opera. Beim Edinburgh Festival war er als...
