Heimatgeschichte
Der Bezirk Perm lebt von starken Kontrasten: Eines der größten Düngemittelwerke der Welt befindet sich unmittelbar neben ehemaligen Bergwerkssiedlungen; im Norden ragen die Uralberge auf, mit von der typisch sowjetischen Bauweise unberührten Dörfern; gleich in ihrer Nachbarschaft, inmitten verträumter Wälder, liegen Gefängnisse, an die sich Dissidenten aus früheren Zeiten noch unliebsam erinnern und wo politische Gefangene des modernen Russlands einsitzen.
Ein ähnliches Bild bietet die Stadt Perm: In der Theaterstraße treffen Arbeiter, die aus der Rüstungsfabrik kommen, auf das elegant gekleidete Publikum der Djagilev-Festspiele.
Das Festival hat seinen Radius erweitert: Neben den üblichen Aufführungsorten spielt man in diesem Jahr auch in Lagerhallen am Stadtrand, am Steilufer der Kama sowie in einer Schiffswerft. Eine gigantische, beim Stapellauf von Schiffen verwendete Plattform, die langsam in der Kama versinkt und später – von Seilen gezogen – wieder an der Oberfläche auftaucht, dient hier der Göttin als Weg in die Unterwelt.
Perséphone, das ist Tod und Verklärung. Aber die Aufführung – sie war als Höhepunkt der Festspiele gedacht – vereinfachte das Thema in theatralischer ...
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Opernwelt August 2023
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Alexej Parin
Glyndebourne, dieser Landsitz samt Opernhaus mitten im hügelsanften Sussex, scheint aus der Zeit gefallen zu sein. So kommt es einem vor, wenn zur Festivalzeit mit Weidekörben bestückte Londoner in Smoking und Abendkleid per Zubringerzug anreisen und in den weiten Gärten neben grasenden Schäfchen ihre Picknickclaims markieren, um vor der Vorstellung und in der...
Wir sind am Schluss jetzt von dem ganzen «Ring».
Wir sind am Rhein – und nicht in Paderborn.
Es singt und singt halt jeweils eine Norn.
Man fleht, oh lieber Gott: «Mach aus das Ding!»
Doch er – der Richi – spinnt erst noch Intrigen,
Die uns nun wirklich nicht mehr int’ressieren.
Die Notdurft tut alsbald schwer zu pressieren,
Doch sitzt man fest und will sich schier...
Die Musik von Olivier Messiaen ist … wie ein Kirchenfenster. Voller freudvoller Farben, aber auch hermetisch unterteilt, vom Heiligen Geist durchsprüht und manchmal unfassbar statisch und formelhaft. Der gläubige Katholik, Orgelvirtuose, Komponist, Lehrer und Hobby-Ornithologe verstand sein Musiktheaterwerk «Saint François d’Assise» sicher als sein Opus magnum....
