Hand ans (kalte) Herz!
Bodø liegt im Norden Norwegens, ganz nah bei den Lofoten. Bis zum Nordpol sind es 2.526 km. Die Sommertage sind hier lang: Um Mitternacht steht eine blutrote Sonne etwa daumenbreit über dem malerischen Horizont, der von den schwarzen Scherenschnitten der im Meer liegenden Felsen aufgebrochen wird. Untergehen tut sie in dieser Jahreszeit nie. Nahe des Hafens liegt «Stormen», das Kulturzentrum der Stadt. Es besteht aus einer Bibliothek und dem «Konserthus», einem Veranstaltungsort für allerlei Musik.
Das Konserthus beherbergt vier Säle, die allesamt mit neuester Akustik- und Videotechnik ausgestattet sind, um ein möglichst weites Gebiet mit Konzerten via Streams erreichen zu können. Eine Art «Digital Concert Hall» also.
Hier – im Kulturzentrum Stormen – feierte vom 24. Juni bis zum 2. Juli »Aria Borealis« seine gelungene Premiere. Das Festival für Alte Musik hat seinen Schwerpunkt im Bereich der Oper und bietet neben Konzerten auch einen Wettbewerb und verschiedene Workshop- und Gesprächsformate an. Die Stimmung unter den Musikern (Profis, Studierende, aber auch Laien) ist gut: ein wenig wie Klassenfahrt oder Ferienkurse in Darmstadt, nur netter. Man versteht sich bestens, isst ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt 8 2022
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Susanne Westenfelder
Wohl kein Himmelskörper wurde so häufig besungen wie dieser. Zu groß seine Faszination, zu immens seine Ausstrahlung, um nicht die Feder in die Tinte zu tauchen. Die vielleicht schönste Hommage an den Mond schrieb Joseph von Eichendorff: «Es war, als hätt der Himmel / Die Erde still geküsst, / Dass sie im Blütenschimmer / Von ihm nur träumen müsst», so lautet die...
Verdis «Aida» ist nicht ganz leicht zu inszenieren: ein sehr lautes Werk, mit vielen Chören und viel Kampfgeschrei, gerade zu Beginn. Regisseurin Jasmina Hadžiahmetović lässt den fulminanten Chor des Badischen Staatstheaters Karlsruhe inszenatorisch völlig kritikfrei sein «Guerra! Guerra! Tremenda, inesorata!» brüllen. Befinden wir uns nicht in Kriegszeiten? Warum...
Erklingt in diesen Tagen auf einer Opernbühne der «Patria-oppressa!»-Chor aus Giuseppe Verdis «Macbeth», dann «inszeniert» ein Diktator wie Wladimir Putin mit, ganz gleich, was dabei zu sehen ist. Verstärkt wird dieser unangenehme Eindruck noch, wenn, wie zu Sommerbeginn am Theater Freiburg, ein ukrainischer Regisseur das Stück zu deuten versucht. Andriy Zholdak...
